Gibt beim VfB II die Richtung vor: Trainer Marc Kienle. Foto: Baumann

Der VfB Stuttgart II ist in der Fußball-Regionalliga in seinem Lernprozess vorangekommen: Trainer Marc Kienle äußert sich vor dem Fernsehspiel an diesem Montag bei 1899 Hoffenheim II über die Brisanz dieses Duells, die Zukunft der zweiten Mannschaft und ein Verteidiger-Talent.

Stuttgart - Für die meisten der jungen Spieler des Fußball-Regionalligisten VfB Stuttgart II ist eine Premiere. Das Punktspiel an diesem Montag (20.15 Uhr) bei der TSG 1899 Hoffenheim II im Dietmar-Hopp-Stadion wird live in Sport1 übertragen.

Herr Kienle, ist das Spiel an diesem Montag bei der TSG 1899 Hoffenheim II etwas Besonderes?

Jedes Spiel ist ein besonderes Spiel. Für viele Spieler ist ein Live-Spiel im Fernsehen auf Sport1 schon eine Premiere. Genauso wie übrigens auch unser Heimspiel am 5. November im Gazistadion gegen den FSV Frankfurt, das ebenfalls auf Sport1 übertragen wird.

Steckt wie bei den Duellen der VfB-Profis gegen Hoffenheim auch in einer Partie der beiden Regionalliga-Mannschaften eine gewisse Brisanz?

Wir Offiziellen kennen und schätzen uns gegenseitig. Wir haben in beiden Vereinen den gleichen Auftrag, Talente in den Profibereich zu bringen. Und natürlich kennen sich die Spieler beider Teams auch sehr gut und dennoch ist klar, dass beide Mannschaften gewinnen wollen.

Besonders natürlich die Wähling-Brüder.

Das stimmt. Nicolas spielt bei Hoffenheim, sein zwei Jahre jüngerer Bruder Oliver bei uns. Es gibt viele Verbindungen zwischen Hoffenheim und dem VfB, so spielt ja zum Beispiel auch der Sohn von Dirk Mack (Anm. d. Red.: Direktor Nachwuchs bei der TSG 1899) Luka in der U 19 bei uns in Stuttgart.

Die Hoffenheimer A-Junioren von Trainer Marcel Rapp spielen nun auch in der Youth League…

…und haben Manchester City zuletzt mit 5:2 geschlagen. Dass die TSG in diesem Wettbewerb dabei sein darf hat sie der Champions-League-Teilnahme ihrer Bundesliga-Profis zu verdanken.

Was halten Sie von der Youth League?

Für die jungen Spieler sind die internationalen Vergleiche eine schöne Sache. Die Reisen ins Ausland sind ein Erlebnis. Aber man muss auch die Belastung für die Spieler sehen. Sie sind in der Junioren-Bundesliga auch jede Woche gefordert, zum Teil auch in Auswahlteams dabei. Auch darf der Aspekt Schule nicht vergessen werden.

Wie fällt Ihr Zwischenfazit mit dem VfB II nach elf Spieltagen aus?

Ich bin zufrieden, jeder Spieler will sich weiterentwickeln und ist sehr lernwillig. Ich habe ein tolles Team beisammen – auch hinter der Mannschaft. In der Liga ist alles dicht beieinander, kein Team fällt ab. Deshalb hatten wir auch noch kein Spiel, das leicht war.

Nach dem 0:3 gegen den 1. FC Saarbrücken am dritten Spieltag befürchteten viele den Absturz des VfB II in die Oberliga.

Gegen dieses Spitzenteam waren wir in der ersten Halbzeit chancenlos. Ansonsten waren wir in jedem Spiel konkurrenzfähig und auch fußballerisch oftmals sehr gut dabei.

Die Mannschaft hat sich stabilisiert?

Sie ist in ihrem Lernprozess vorangekommen. Die Spieler kommen mit der Spielweise in der Regionalliga immer besser zurecht. Dem einen, wie etwa unserem Linksverteidiger David Grözinger, gelingt dies schneller, der andere braucht dazu etwas länger.

Befürchten Sie, dass Sie mit Ihrem Team in Abstiegsnöte kommen?

In dieser Liga ist jedes Spiel ein Ritt auf der Rasierklinge. Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können. Aber wir müssen wachsam bleiben und können uns keine Serie von Niederlagen hintereinander leisten.

In Nicolas Sessa zum VfR Aalen und Alexander Groiß zum Karlsruher SC ließ der Verein zwei Stammkräfte ziehen. Es gab Stimmen, die vermuteten, man lässt die zweite Mannschaft bewusst ausbluten, um Sie bei einem Abstieg in die Oberliga dann doch abzumelden.

Das ist nach meinem Kenntnisstand kein Thema. Es macht absolut Sinn, mit dem aktuellen Team zu arbeiten.

Zum aktuellen Team gehört auch Mario Suver, den der VfB für angeblich 70 000 Euro vor Saisonbeginn von den Stuttgarter Kickers geholt hat. Wie entwickelt er sich?

Nach dem Abgang von Groiß ist er derzeit in der Innenverteidigung gesetzt. Er ist ein Paradebeispiel für einen jungen, ehrgeizigen Spieler, der nach oben strebt. Er ist sehr lernwillig, ungemein fleißig und ein absoluter Teamplayer.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: