An der Verkehrsinsel vor der Bahnunterführung wird der Radweg verbreitert. Foto: Dirk Herrmann

Nach Auskunft des Fellbacher Tiefbauamtsleiters Thomas Stengel kann wegen der schlechten Witterung und speziell wegen des Dauerregens der vergangenen Tage die Markierung auf der Fahrbahn nicht wie gewünscht aufgebracht werden.

Fellbach - Die vergangenen Tage war es, von Schmiden her kommend, kurz nach der Bahnunterführung bereits zu sehen: Die Vorarbeiten für den Tempo-30-Modellversuch in der nördlichen Bahnhofstraße laufen. An der dortigen Verkehrsinsel wird die Straße verbreitert, um Platz für die Radfahrer zu schaffen.

Ganz nach Plan läuft es allerdings nicht: Es gibt Verzögerungen von rund einer Woche. Nach Auskunft des Fellbacher Tiefbauamtsleiters Thomas Stengel kann wegen der schlechten Witterung und speziell wegen des Dauerregens der vergangenen Tage die Markierung auf der Fahrbahn nicht wie gewünscht aufgebracht werden. Als konkreter Termin für die Einführung der Begrenzung auf Tempo 30 gilt nunmehr Montag, 15. Mai.

„Wo notwendig, wird bis zu diesem Tag, also bis in gut eineinhalb Wochen, die Beschilderung geändert“, erläutert Stengel. Während dies also keine großen Veränderungen im Straßenbild verursacht, dürften etliche Verkehrsteilnehmer die Umbauten auf der Verkehrsinsel an der Kreuzung zur Eisenbahnstraße durchaus bemerkt haben – und sei es, weil sie, wenn sie in Richtung Kernstadt wollten, wegen der Sperrung der Geradeausspur für einige Tage die Linksabbiegespur nutzen mussten.

Insgesamt kostet die Veränderung rund 50 000 Euro

Der Sinn dieser Umgestaltung an der Verkehrsinsel, so Stengel: „Der Fahrradfahrer aus Norden kommend wird hier auf die Straße geführt. Ziel ist, Fahrradfahrer, die in der Bahnhofstraße auf der Fahrbahn fahren wollen, bereits an der Signalanlage mit der Eisenbahnstraße auch tatsächlich auf die Fahrbahn zu führen.“ Doch, so seine Ergänzung: „Eine Benutzung des Gehwegs wird dabei nicht ausgeschlossen.“ Dies ist schließlich Bestandteil der zunächst auf zwölf Monate angelegten Versuchsphase: Die Radler sollen – müssen aber nicht – auf die Straße ausweichen. Insgesamt kosten die Veränderungen entlang der nördlichen Bahnhofstraße nach Stengels Angaben rund 50 000 Euro.

Allerdings: Einführung ist gut, Kontrolle ist besser. Getreu diesem Grundsatz wird es direkt nach Aufstellung der Tempo-30-Schilder wohl keine Blitzer geben, aber nach einer gewissen Zeit schon. Nach Stengels Erklärung ist daran gedacht, „mittels Geschwindigkeitsüberwachung“ den Bereich zu inspizieren – und zwar „unter anderem auch mit stationären Geschwindigkeits- beziehungsweise Zählgeräten“.

Die nördliche Bahnhofstraße soll mehr Aufenthaltsqualität bekommen

Neben der Bahnhofstraße sind von den Neuerungen auch noch zwei weitere Straßen betroffen: die Theodor-Heuss-Straße und die Wernerstraße. „Im Bereich der Kreuzung Bahnhofstraße/Wernerstraße, also der neuen Fahrradstraße, wurden die rot gefärbten Flächen entfernt“, erläutert Thomas Stengel. Und: „Aus Süden kommend wurde im Bereich des Stuttgarter Platzes vor Gebäude Nummer 80 eine Fahrradschleuse eingerichtet.“

Mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer

Der Modellversuch mit Tempo 30 in der nördlichen Bahnhofstraße und Veränderungen beim Radfahrverkehr starten demnach nicht, wie ursprünglich vorgesehen, direkt einen Tag nach dem Fellbacher Maikäferfest, sondern eine Woche später. „Unser Ziel ist es, durch die Reduzierung der Durchfahrtsgeschwindigkeit die unterschiedlichen Verkehrsströme zu entzerren, mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu bieten sowie den Verkehrslärm zu verringern“, erläutert OB Gabriele Zull. Die nördliche Bahnhofstraße solle mehr Aufenthaltsqualität bekommen und der Einzelhandel dort gute Entwicklungsmöglichkeiten. „Es wird sicher einige Zeit dauern, bis sich alle Verkehrsteilnehmer an die neuen Regelungen gewöhnt haben werden“, erklärt die OB, „doch ich appelliere an alle, dem Versuch Zeit zu geben und Rücksicht aufeinander zu nehmen.“

Ob und wie das Miteinander der Verkehrsteilnehmer funktioniert, „werden wir nach einem Jahr analysieren und bewerten“, so Zull. Erst dann wird der Gemeinderat eine endgültige Entscheidung über die dauerhafte Umsetzung der Regelungen und weitere Maßnahmen zur Aufwertung dieses Einkaufsbereichs treffen.

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