Der Ditzinger Maschinenbauer Trumpf wird künftig die Supercomputer des Höchstleistungsrechenzentrums (HLRS) der Uni Stuttgart für Produktinnovationen nutzen. Unter anderem sollen die Superrechner Hawk und Hunter für die Entwicklung von KI-Lösungen im Anlagenbau eingesetzt werden.
Der Ditzinger Maschinenbauer Trumpf hat am Dienstag eine Kooperationsvereinbarung mit dem Höchstleistungsrechenzentrum (HLRS) der Universität Stuttgart unterzeichnet. Die Vereinbarung ermöglicht es dem Laser-Hersteller, umfangreiche Rechenkapazitäten des HLRS für sich zu nutzen. Die Kooperation zeige, „dass wir auch am Industriestandort Deutschland ein leistungsfähiges digitales Ökosystem besitzen“, betonte Trumpf-Vorstandsmitglied und CTO (Chief Technology Officer) Berthold Schmidt. Dank der Vereinbarung könne man mittels der Großrechner Maschinenfunktionen schon vor dem ersten Prototypenbau virtuell nachstellen und KI-Lösungen für Anlagen schneller trainieren. „Wir kommen dadurch nachhaltiger und effizienter zu Innovationen“, so Schmidt.
Der Supercomputer Hawk des HLRS hat eine Spitzenleistung von 26 Petaflops. Schon ein Petaflop bedeutet die unvorstellbare Zahl von tausend Billionen oder eine Billiarde Operationen pro Sekunde. Hawk gehört zu den leistungsfähigsten Rechnern Europas für die Industrie. Ende dieses Jahres wird der Superrechner um sein noch leistungsfähigeres Nachfolgemodell Hunter – Leistung: 39 Petaflops – ergänzt. „Wir sind stolz darauf, dass wir mit unserer Rechenleistung weiterhin zur Stärkung und Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaftsregion Stuttgart beitragen können”, erklärte der Direktor des HLRS, Professor Michael Resch.
Für einfachere Simulationen verfügt das weltweit aktive Ditzinger Hightech-Unternehmen über eigene leistungsfähige Rechner. Für hochkomplexe, besonders rechenintensive Aufgaben wie etwa die Simulation von Quantencomputern benötige man aber Supercomputer wie Hawk oder Hunter. Trumpf bietet seinen Kunden bereits seit einigen Jahren Werkzeugmaschinen an, die künstliche Intelligenz nutzen, um schneller und besser arbeiten zu können.
Trumpf ist einer der Technologie- und Marktführer bei Werkzeugmaschinen für die flexible Blechbearbeitung und bei industriellen Lasern. Im Geschäftsjahr 2022/23 erwirtschaftete das Unternehmen mit 18 400 Mitarbeitern in weltweit 80 Gesellschaften einen Umsatz von 5,4 Milliarden Euro.
Das Höchstleistungsrechenzentrum der Uni Stuttgart wurde 1996 als erstes Bundeshöchstleistungsrechenzentrum Deutschlands gegründet. Etliche Industrieunternehmen nutzen die Supercomputer des HLRS bereits, darunter der Sportwagenbauer Porsche, Thyssenkrupp und M.A.R.K. 13, die Produktionsfirma von Biene Maja.