In Containern haben Flüchtlinge deutlich weniger Privatsphäre als in Systembauten. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Trotz des Protests müssen sieben geflüchtete Menschen aus der Unterkunft in Stuttgart-Birkach in Containerbauten umziehen. In dem Haus haben sich Bakterien und Keime festgesetzt.

Birkach - Fünf Monate. So lange wird es vermutlich dauern, bis der Gebäudeteil „B 1“ der Flüchtlingsunterkunft an der Ohnholdstraße wieder bezugsbereit ist. Ein formeller Bescheid, der den Hausbewohnern vorliegt, sieht den 15. Januar 2020 als erneuten Einzugstermin vor.

Wie unsere Zeitung berichtete, ist das Erdgeschoss der Flüchtlingsunterkunft aufgrund von Keimen, Bakterien und Feuchtigkeit, die durch starke Regenfälle in den Grund gelangten, unbewohnbar geworden. Das Haus muss saniert werden. Trotz der gesundheitlichen Gefahren wollten die 28 Bewohner die Unterkunft jedoch nicht verlassen. Gegen die vom Sozialamt angekündigte Umsiedlung in die vergleichsweise beklemmenden Containerbauten demonstrierten die Bewohner vehement. Jetzt wird das Erdgeschoss am Mittwoch, 14. August, aber doch geräumt.

Frauen mit Kindern müssen nicht in Container

„Unter großen Anstrengungen und Mühen konnten wir uns mit den Bewohnern auf eine Lösung einigen“, sagt Marco-Oliver Luz, Abteilungsleiter für Flüchtlingsfragen beim Stuttgarter Sozialamt. Diese Einigung sei erst nach Einzelgesprächen gelungen sowie dem Zugeständnis des Sozialamts, dass eine Rückkehr in das Haus an der Ohnholdstraße Anfang des kommenden Jahres für alle Bewohner möglich sei.

Entgegen der Befürchtung der 28-köpfigen Gemeinschaft, dass auch Frauen mit Kindern in die Containerzimmer ziehen müssen, kann das Sozialamt zumindest diesbezüglich Entwarnung geben. „Für die Familien konnten wir Plätze in anderen Systembauten wie in Birkach finden“, sagt Luz. Die übrigen sieben Schutzsuchenden müssen jedoch in Container umsiedeln.

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