Richtfest am Zentrum für Angewandte Quantentechnologie der Uni Stuttgart. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Richtfest eines millionenschweren Gebäudes – auf dem Vahinger Campus der Universität Stuttgart entsteht derzeit ein Zentrum für Angewandte Quantentechnologie. Eine laut Rektor Ressel „wegweisende Investition in eine Zukunftstechnologie“.

Stuttgart - Zwar ist Holz sein Metier. Doch Zimmermann Andreas Würl blickte „mit Stolz“ auf den Bau, der mit „Beton statt Holz“ errichtet wurde. Der Polier sprach zum Richtfest des Zentrums für Angewandte Quantentechnologie ZAQuant, das auf dem Campus der Universität Vaihingen entsteht. Ein bautechnisch herausforderndes Projekt, beschrieb die Leitende Baudirektorin Sybille Müller vom Universitätsbaumt Stuttgart und Hohenheim. Es musste zum städtebaulichen Masterplan der Vaihinger Campus’ passen, brauchte innovative Baulösungen. „Das gab es noch nicht, Erfindergeist war nötig!“, so Müller. Grund: In dem 41,5 Millionen Euro teuren Gebäude – 50 Prozent zahlt der Bund, je 25 Prozent geben Land und Universität Stuttgart – wird interdisziplinär Quantenwissenschaft betrieben. „Eine wegweisende Investition in eine zentrale Zukunftstechnologie“, betonte Rektor Wolfram Ressel.

Diese beinhaltet theoretische und experimentelle Physik und Chemie sowie Elektrotechnik, erläutert der spätere Hausherr Jörg Wrachtrup, Leiter des 3. Physikalischen Instituts. Im neuen Bau, in dem sich Präzisionslabore ringartig um ein Zentrum legen, wird an Quantensensoren in drei Feldern und verschiedenen Disziplinen geforscht. Quantensensoren sind empfindlicher als klassische, können kalibrationsfrei betrieben werden, erlauben Messergebnisse im atomaren Bereich. Das wiederum sind Voraussetzungen für schnelle Datentransfers in Hochleistungsrechnern oder für autonome Navigation von Robotern.

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