Unimaut für Ausländer bleibt umstritten Studentenwerke gegen Gebühren

Von Renate Allgöwer 

Internationale Studenten auf dem Campus in Reutlingen. Foto: Karl Scheuring
Internationale Studenten auf dem Campus in Reutlingen. Foto: Karl Scheuring

Baden-Württemberg sollte auf die Gebühren für ausländische Studierende verzichten. Das fordern die Studentenwerke in Deutschland. Die Hochschulfinanzierung sei Sache des Staates.

Berlin/Stuttgart - Die 58 Studentenwerke in Deutschland appellieren an Baden-Württemberg, die Gebühren für internationale Studierende zurückzunehmen. Seit diesem Wintersemester müssen Studenten von außerhalb der EU an den baden-württembergischen Hochschulen 1500 Euro Gebühren pro Semester bezahlen. Damit will die Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) Kürzungen im Hochschulbereich vermeiden und die Betreuung der internationalen Studierenden verbessern.

Bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Studentenwerks (DSW) betonte Achim Meyer auf der Heyde, der DSW-Generalsekretär: „Studiengebühren sind der falsche Weg zu einer auskömmlichen Hochschulfinanzierung.“ Die Finanzierung sei „die Verantwortung des Staates, nicht der Studierenden“, unabhängig davon, ob die Studenten aus Deutschland, einem EU-Land oder von außerhalb der EU kämen. Das DSW ist der Dachverband der einzelnen Studentenwerke.

Appell auch an NRW

Bisher ist Baden-Württemberg das einzige Bundesland, das die ausländischen Studierenden zur Kasse bittet. Überlegungen dazu gibt es aber auch in Nordrhein-Westfalen. Das Deutsche Studentenwerk fordert auch NRW auf, auf Gebühren zu verzichten. Sie seien kontraproduktiv für die Internationalisierung, würden die Hochschulfinanzierung nicht verbessern und seien unzureichend sozial abgefedert. Auch würden sie eine neue Hürde für Nicht-EU-Ausländer darstellen.

Wissenschaftsministerin Bauer hatte vor wenigen Tagen einen Zwischenbericht zu den Gebühren abgegeben. Danach gingen Einschreibungen von internationalen Studierenden um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück, als noch keine Gebühren fällig waren. Bauer geht jedoch nach Erfahrungen in anderen Ländern davon aus, dass der Rückgang in einigen Jahren wieder ausgeglichen wird. Sie erwartet, dass die Attraktivität der baden-württembergischen Hochschulen langfristig sogar steigen werde, wenn die internationalen Studierenden besser betreut würden. Derzeit sei die Abbrecherquote relativ hoch.

Verschiedene Studierende in Baden-Württemberg haben Klage gegen die Gebühr erhoben. Kritik kommt von der SPD und der FDP. Die baden-württembergischen Grünen wollen bei ihrem Parteitag an diesem Woche einen Antrag der Grünen Jugend zur Abschaffung der Gebühr beraten.

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