Mit Scheinwerfern und Booten wurde am frühen Sonntagmorgen der Neckar und der Strand in Remseck durch die Feuerwehr abgesucht. Foto: Feuerwehr Remseck

Ein Steg, eigens für die Remstalgartenschau angelegt, wurde in der Nacht zum Sonntag in Remseck zum Unglücksort: Warum dort eine 16-Jährige in den Neckar stürzte und ertrank, ermittelt nun die Polizei. Klar ist bisher nur: Die Strömung des Flusses war ungewöhnlich stark.

Remseck - Der Tod einer 16-Jährigen, die am frühen Sonntagmorgen nahe des Neckarstrandes in Remseck ertrunken ist, ist nach den ersten Ermittlungen der Kriminalpolizei ein tragisches Unglück. Es gebe „keinen Anfangsverdacht für eine Straftat“, sagt Heiner Römhild von der Stuttgarter Staatsanwaltschaft.

Die beiden Jugendlichen, die sich in der Nacht zum Sonntag zusammen mit dem Mädchen am Neckarstrand aufgehalten hatten, werden demnach lediglich als Zeugen gehört. Wie genau die 16-Jährige in den Fluss stürzen konnte, muss die Polizei noch ermitteln: Denkbar ist auch, dass sie freiwillig in den Neckar sprang, die Strömung und die Temperatur des Wassers aber unterschätzte. Die Polizei hat herausgefunden, dass sie sofort nach dem Sturz ins Wasser abgetrieben wurde.

Das Wasser war 13 Grad kalt

Laut der Polizei hatte das Wasser zum Zeitpunkt des Unglücks nur 13 Grad, die Strömung sei „deutlich“ gewesen, erklärt ein Sprecher des Ludwigsburger Präsidiums. Ob die Jugendliche schwimmen konnte, wissen die Beamten nicht.

Die Strömung des Neckars ist aufgrund des heftigen Regens in den vergangenen Tagen stärker als üblich, zuletzt musste wegen eines Hochwassers das Areal der Remstal-Gartenschau, zu dem auch der Neckarstrand gehört, gesperrt werden. Erst am Freitag war ein Hunderte Meter langer Schwimmsteg, der von der Rems bis an den künstlichen Strand am Neckar führt, und extra für die Gartenschau gebaut worden war, wieder freigegeben worden. Von genau diesem aus stürzte die Jugendliche nun ins Wasser.

Klar ist, dass sie mit ihren Begleitern, einem Jungen und einem Mädchen „im ähnlichen Alter wie das Opfer“, teilt die Polizei mit, am Strand Alkohol getrunken hatte. Wie stark betrunken sie war, muss noch geklärt werden. Außer Frage steht für die Ermittler, dass sich die 16-Jährige freiwillig mitten in der Nacht mit ihren Begleitern am Neckarstrand aufhielt.

Den Steg gibt es erst seit Kurzem

Die Einsatzkräfte waren am Sonntag gegen 3 Uhr alarmiert worden, weil Anwohner des Strandes, der rund um die Uhr begehbar ist, Schreie gehört hatten. Mit drei Booten suchten die Remsecker Feuerwehr und die DLRG daraufhin den Neckar ab, fanden die 16-Jährige leblos im Wasser treibend und brachten sie ans Ufer. Dort konnte der Rettungsdienst sie zunächst wiederbeleben, doch wenig später starb sie im Krankenhaus.

Zunächst ging die Feuerwehr laut ihrem Einsatzbericht davon aus, dass sich drei Personen im Wasser befinden. Als die Retter eintrafen, war aber nur die 16-Jährige im Wasser. Die beiden anderen Jugendlichen hätten sich am Ufer aufgehalten und seien „am Strand betreut worden“. Sie seien nicht im Fluss gewesen, somit sind sie der Ertrinkenden auch nicht hinterher gesprungen.

Er habe „mit Bestürzung“ von dem Unglück erfahren, teilt der Remsecker OB Dirk Schönberger im Internet mit. Trotz „größter Bemühungen“ der Einsatzkräfte sei das Mädchen verstorben. „In diesen Stunden gilt den Angehörigen und Freunden des Opfers unser größtes Mitgefühl.“

Im vergangenen Jahr gab es bereits einen Todesfall im Neckar

Erst im vergangenen Sommer war in Remseck ein 17 Jahre alter Asylbewerber ebenfalls im Neckar ertrunken. Er hatte nahe einer Schleuse im Stadtteil Aldingen geangelt und war ins Wasser gestürzt. Der junge Mann konnte nicht schwimmen und war beim Eintreffen der Helfer bereits unter Wasser gesunken und in Richtung der Flussmitte abgetrieben worden. Er war vom Ufer aus nicht mehr zu sehen, weshalb auch ein Hubschrauber der Polizei bei der Suche eingesetzt wurde.

Ein Taucher der DLRG konnte ihn rund 30 Minuten nach dem Alarm aus der Fahrrinne für Schiffe bergen und an Land bringen. Vor Ort konnten die Helfer den Syrer zwar reanimieren, Stunden später starb er aber ebenfalls im Krankenhaus.

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