Statt ungesunder Plätzchen gibt es jede Menge Alternativen für tierische Snacks. Foto: Shutterstock/Stickler

Hier ein Plätzchen, da ein Lebkuchen und zur Abwechslung ein Stück Schokolade – was uns Menschen besonders zur Weihnachtszeit schmeckt, kann für unsere Haustiere schnell lebensbedrohlich werden. Eine Tierärztin spricht über die Gefahren und verrät gesunde Alternativen.

Stuttgart - Wenn der vierbeinige Mitbewohner mit sehnsüchtigen Blicken in Richtung Plätzchen schielt, dann ist die Versuchung oft groß, ihm etwas davon abzugeben. Doch die Nascherei ist für unsere Haustiere nicht nur ungesund, sondern kann in manchen Fällen schlimme Konsequenzen mit sich bringen. Das weiß auch Tierärztin Dr. Anne Posthoff aus Besigheim. In ihrer Praxis für Klein- und Heimtiere hat sie mit einer zertifizierten Ernährungsberaterin einen Schwerpunkt auf das Thema gelegt.

„Ganz oben auf der Liste der verbotenen Lebensmittel steht vor allem für Hunde Schokolade. Denn Schokolade enthält Theobromin. Das können die Hunde nicht verstoffwechseln. Dadurch ist es schon in geringen Konzentrationen toxisch“, erklärt Dr. Posthoff. Dasselbe gelte prinzipiell auch für Katzen. „Je dunkler, desto gefährlicher ist die Schokolade für die Tiere. Es kann von neurologischen Problemen über Erbrechen bis hin zum Atemstillstand führen.“ Wenn ein Tier Schokolade gefressen hat, solle man schnellstmöglich einen Tierarzt kontaktieren, empfiehlt sie.

Rosinen und Weintrauben können Vergiftungen hervorrufen

Neben Schokolade gibt es aber auch noch andere potenziell gefährliche Lebensmittel für unsere Haustiere, die gerade während der Weihnachtszeit in vielen Vorratsschränken zu finden sind. Dazu zählen etwa Rosinen, die gerne für Früchtebrot und Stollen verwendet werden. „Die in den Trauben enthaltenen Gerbstoffe können bei Hunden Vergiftungen hervorrufen“, warnt die Tierärztin.

Zwar sei ihr während der 32 Jahre, die sie bereits als Tierärztin in Besigheim niedergelassen ist, noch kein solcher Fall untergekommen, aber vor allem in den USA oder Großbritannien würden immer wieder solche Fälle vermeldet. „Einige Hunde können ohne Probleme Weintrauben und Rosinen fressen. Wir wissen bislang nicht, woran das liegt. Deshalb rate ich hier lieber zur Vorsicht“, sagt sie.

Achtung vor Zuckerersatzstoffen

Wer seine Plätzchen mit Zuckerersatzstoffen wie Xylit beziehungsweise Birkenzucker bäckt, sollte bei der Aufbewahrung ebenfalls aufpassen. „Wir warnen vor solchen Zuckerersatzstoffen. Denn die können bei Tieren zu schweren Vergiftungen führen“, so die Tierärztin.

Zucker an sich sei für Hunde und Katzen zwar nicht problematisch, könne aber zu Übergewicht führen. Das wiederum verursache, vor allem bei Katzen, Diabetes. Was viele Tierhalter nicht wissen, einige Leckerlis im Handel enthalten größere Mengen Zucker. „Der Zucker ist oft als Melassesirup in den Zutaten getarnt“, verrät die Tierärztin. Selbstgemachte Leckerlis können da Abhilfe schaffen, doch auch sie sollten nicht in großen Mengen gefüttert werden.

Leckerlis nur in Maßen füttern

„Den Tieren an sich ist glaube ich ziemlich egal, ob Weihnachten ist oder nicht. Doch gerade zur Weihnachtszeit, wenn die Tierhalter länger zuhause sind, fällt öfter mal ein Leckerbissen für die Haustiere ab. Genau so wie für den Mensch gilt aber auch für Haustiere: Wer mehr Kalorien aufnimmt, als er verbraucht, wird dick“, warnt Dr. Anne Posthoff. Ihre Empfehlung: Die Leckerlis in Maßen und nicht in Massen füttern und darauf achten, dass die Tiere ihr Gewicht halten.

Gerade bei Hunden etwa gehe es oft nicht um das Leckerli an sich, sondern um den Akt der Belohnung, weiß die Tierärztin. Für die Herrchen von übergewichtigen Vierbeinern hat sie einen einfachen Trick parat: „Wir empfehlen die Leckerlis mit Karottenstücken zu ersetzen. So bekommt der Hund zwar eine Belohnung, nimmt aber gleichzeitig ab.“

Süßkartoffelchips für Hunde

Wenn es mal schnell gehen soll, dann sind selbst gemachte Süßkartoffelchips als Leckerli für Hunde genau das Richtige. Gemüse und Kohlenhydrate dürfen, so Dr. Posthoff, nämlich einen Teil der Hundeernährung ausmachen. „Der Hund ist im Gegensatz zur Katze ein Allesfresser. Deshalb dürfen durchaus auch mal Reis, Nudeln und Kartoffeln auf dem Speiseplan stehen.“

Wie die Chips aus Süßkartoffeln gemacht werden, sehen Sie im Video:

Ob Knabberstangen, tierische Plätzchen oder Gemüsechips – die Auswahl an gesunden Snacks für Haustiere ist groß und das Zubereiten könnte fast schon als Weihnachtsbäckerei durchgehen. In unserer Bildergalerie finden Sie weitere Rezepte für Katzen, Kaninchen und Hamster. Außerdem dort zu finden: Dr. Anne Posthoff persönliches Lieblingsgebäck für Hund (und Mensch).

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