Die bei der Wahl um den CDU-Vorsitz unterlegenen Kandidaten Jens Spahn (M) und Friedrich Merz verlassen beim CDU-Bundesparteitag die Bühne, während die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer zu ihrem Platz geht. Foto: dpa

Friedrich Merz hat beim Kampf um den CDU-Vorsitz verloren. Trotzdem sollte er Bundeswirtschaftsminister werden, fordern Christdemokraten aus Baden-Württemberg.

Stuttgart - Viele Merz-Unterstützer aus dem Südwesten wollen Friedrich Merz in der Politik halten. „Die neue CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und Bundeskanzlerin Angela Merkel müssen Merz jetzt eine herausgehobene Stellung anbieten“, forderte der Initiator der baden-württembergischen Merz-Initiative, Tim Hauser, im Gespräch mit unserer Redaktion. Dafür komme aus seiner Sicht ein Amt im Bundeskabinett in Frage, etwa das des Bundeswirtschaftsministers. Von Merz gebe es Signale, dass er bereit sei, sich in die Politik einzubringen, sagte Hauser. Seine Initiative für einen Parteichef Merz wurde unter anderem von EU-Kommissar Günther Oettinger und CDU-Landtagsfraktionschef Wolfgang Reinhart unterstützt.

Eine Wahl in das Parteipräsidium hatte der frühere CDU-Bundestagsfraktionschef Merz, der 2009 in die Wirtschaft gewechselt hatte, am Freitag nach seiner Niederlage beim Kampf um den CDU-Vorsitz beim Parteitag in Hamburg allerdings abgelehnt. Der jetzige Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hatte sich bei der Wahl um den CDU-Vorsitz für Merz’ Konkurrentin Kramp-Karrenbauer ausgesprochen.

Auch die Werteunion fordert, die neue Parteichefin müsse auf Konservative und Wirtschaftsliberale zugehen, um eine Spaltung der CDU zu verhindern. „Merz und auch Carsten Linnemann, Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung der Union, wären als Wirtschaftsfachleute gute Anwärter für die Spitze des Wirtschaftsministeriums“, sagte der Vorsitzende Alexander Mitsch. Die CDU erlebe gerade eine „dramatische Austrittswelle“. Die Werteunion dagegen verzeichne „ungewöhnlich viele Beitritte von Mitgliedern der CDU/CSU, die innerhalb der Partei und der Werteunion für eine Politikwende kämpfen wollen.“ Am Wochenende hatten einzelne Kreisvorsitzende von Austritten berichtet. Der CDU-Geschäftsstelle Baden-Württemberg liegen noch keine Zahlen vor.

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