Die Decke der Stuttgarter Stiftskirche, Hauptkirche der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Wie steht es um den Brandschutz in den Stuttgarter Kirchen? Der katholische Stadtdekan Christian Hermes und der evangelische Stiftskirchenpfarrer Matthias Vosseler äußern sich.

Stuttgart - Nach der Brandkatastrophe von Paris wird das Thema Brandschutz neu aufgerufen. Der katholische Stadtdekan Christian Hermes sagt dazu: „Die 1955 eingeweihte Domkirche St. Eberhard hat eine im Vergleich zu Notre-Dame bescheidene Dachkonstruktion aus Stahlträgern.“ Selbstverständlich würden die strengen Brandschutzvorschriften eingehalten und bei regelmäßigen Begehungen überprüft. Das gelte für alle katholischen Kirchen in Stuttgart gleichermaßen. So achte man zum Beispiel darauf, dass auf den Dachböden keine Gegenstände lagern, die als Brandlasten gefährlich werden könnten. „Bei Arbeiten an den Kirchen haben die Gewerke mit größter Sorgfalt die Sicherheitsvorschriften einzuhalten, was Unfälle oder technische Fehler jedoch nicht restlos ausschließen kann.“ Hermes betonte: „Wir beklagen uns oft über die strengen Brandschutzvorschriften, aber Paris zeigt uns erneut, wie wichtig der Brandschutz ist.“

Auch die Stiftskirche hat einen hölzernen Dachstuhl

Der evangelische Stiftskirchenpfarrer Vosseler betont ebenfalls: „Brandschutz ist bei uns ein großes Thema.“ Im Abstand von drei Monaten fänden Kontrollen statt. „Wir haben ein gutes Konzept.“ 1944 war die gotische Stiftskirche bei mehreren Bombenangriffen zerstört worden und hatte einen Großteil ihrer damaligen Substanz verloren. „Die Stiftskirche ist von der Architektur und Größe natürlich um ein Vielfaches einfacher als Notre-Dame; trotzdem bleibt die Brandgefahr natürlich ein großes Thema“, sagt Vosseler. „Auch wir haben einen hölzernen Dachstuhl.“ Die Katastrophe von Paris könne Anlass sein, nach längerer Zeit wieder eine Brandschutzübung anzusetzen.

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