Stuttgart-Vaihingen Bezirksbeirat mag die Müllmänner

Von Alexandra Kratz 

Auf dem AWS-Betriebshof an der Liebknechtstraße wird es für die Müllmänner zu eng. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Auf dem AWS-Betriebshof an der Liebknechtstraße wird es für die Müllmänner zu eng. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Die Lokalpolitiker aus Stuttgart-Vaihingen bleiben aber dennoch bei ihrem Nein zur geplanten Verlegung des Betriebshofs der Abfallwirtschaft Stuttgart auf das Aurelis-Gelände am Bahnhof.

Vaihingen - Der Betriebshof der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) soll umziehen. Auf dem ehemaligen Aurelis-Gelände am Vaihinger Bahnhof ist ein Provisorium geplant. Das ist notwendig, weil das derzeitige Gelände an der Liebknechtstraße schon jetzt zu klein ist. Und mit der Einführung der Pflichtbiotonne im Vollservice muss weiter aufgestockt werden. Doch für mehr Müllmänner und mehr Fahrzeuge ist auf dem 2500 Quadratmeter messenden Areal kein Platz mehr. Die AWS muss aber auch weichen, weil das städtische Gelände der Allianz zugeschlagen werden soll. Der Versicherungskonzern plant auf seinem Grundstück an der Heßbrühlstraße, dem derzeitigen Sportgelände des TSV Georgii Allianz, und kleineren benachbarten Flächen einen neuen Bürokomplex. Mittelfristig will die Stadt einen neuen Betriebshof im Gewerbegebiet Tränke bauen.

Im Mai kam der AWS-Geschäftsführer Thomas Heß in die Sitzung des Bezirksbeirats, um den Lokalpolitikern die Gemeinderatsvorlage vorzustellen. Die Politiker waren mehrheitlich dagegen, lediglich die CDU stimmte dafür. Weil das Gremium die Vorlage mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit abgelehnt hatte, kam das Thema in der Sitzung am Dienstag noch einmal auf den Tisch. Zusammen mit einer Stellungnahme des Bürgermeisters, der noch einmal die Notwendigkeit der Verlegung betonte und die Gründe darlegte.

Was hat das Nein zur Verlegung des Betriebshofs mit der Allianz zu tun?

Der Bezirksbeirat bleibt dennoch bei seinem mehrheitlichen Nein. „Es hat sich nichts geändert. Wir lehnen die Verlegung des Betriebshofs weiterhin ab“, sagte Christa Tast (Grüne). Die Frage der Kostenübernahme sei nicht geklärt und auf dem wertvollen Aurelis-Gelände stelle man sich etwas anderes vor. Linus Fuchs (SPD) betonte wie auch mehrere andere Bezirksbeiräte, dass diese Ablehnung nichts mit der AWS zu tun habe und man deren Arbeit sehr schätze. Gerhard Wick (SÖS/Linke-plus) sagte: „Der Hintergrund ist allein die Allianz.“ Die geplante Ansiedlung des Versicherungskonzerns bringe für Vaihingen nur Nachteile. „Darum können wir nicht zustimmen“, so Wick. Michael Mehling (FDP) erwiderte, dass das Nein zum Betriebshof kein Stellvertreter-Nein zur Allianz sei. Es gehe darum, „Belastungen von den Vaihinger Bürgern fernzuhalten“. Eyüp Ölcer (Freie Wähler) fand, dass die AWS an der Liebknechtstraße bleiben solle. Und wenn das Grundstück nicht reiche, könne die Allianz doch ein Stück von ihrer Fläche abgeben.

Lediglich die CDU äußerte sich positiv. Die AWS könne auf ihrem derzeitigen Gelände an der Liebknechtstraße nicht bleiben, weil es dort zu eng sei, sagte Ulrich Bayer. Und darauf, dass das vorgesehene Gelände im Gewerbegebiet Tränke frei werde, könne der Eigenbetrieb nicht warten. Am Ende lehnte der Bezirksbeirat das Vorhaben abermals mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit ab, abermals stimmte nur die CDU für eine interimsweise Verlegung des Betriebshofs auf das Aurelis-Gelände. Endgültig entscheidet nun der Ausschuss für Umwelt und Technik.

Redaktion Vaihingen

Ansprechpartner
Rüdiger Ott und Alexandra Kratz
vaihingen@stz.zgs.de

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