Der Tus Stuttgart braucht die Halle vor allem für seine Basketballer. Foto: dpa/Schulze

Die Eröffnung der neuen Sporthalle auf der Waldau in Stuttgart-Degerloch verzögert sich wegen zweier Wasserschäden. Das Problem geht aber viel tiefer.

Degerloch - Die Eröffnung der neuen Sporthalle auf der Waldau verzögert sich – wieder einmal. Ursprünglich sollte sie zu Beginn des Schuljahres 2020/2021 nutzbar sein. Doch daraus wurd nichts. Dann sollte die Halle nach den Herbstferien fertig werden. Die Waldschule Degerloch hoffte darauf und erarbeitete entsprechende Stundenpläne. Dass es nun wegen zweier Wasserschäden anders kam, ist für den Schulleiter Kai Buschmann „ein großes Drama“. So formulierte er es vor Kurzem gegenüber unserer Zeitung.

Auch die Stuttgarter Kickers sind alles andere als begeistert. Unter anderem die Leichtathleten und die Handballer des Vereins wollen künftig in der neuen Halle trainieren. Außerdem soll das Nachwuchs- und Leistungszentrum der Fußballer dort Zeiten bekommen. Insbesondere im Winterhalbjahr, wenn draußen weniger Sport getrieben werden könne, sei das wichtig, sagt Pia-Mareike Riedel, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins.

Stuttgarter Kickers haben ihr Ferien-Fußball-Camp abgesagt

Allerdings haben die Kickers ein wenig Glück im großen Unglück. Denn wegen der Corona-Krise ist Freizeit- und Amateursport aktuell ohnehin verboten. Der Verein hoffe, dass er die neue Halle nutzen kann, sobald es diesbezüglich Lockerungen gebe, sagt Pia-Mareike Riedel.

Und er hofft, dass das Infektionsgeschehen Lockerungen möglichst rasch zulässt. Das im Januar geplante Ferien-Fußball-Camp haben die Kickers aber bereits abgesagt. Nicht wegen Corona, sondern weil die Stadt signalisiert habe, dass die Halle auch dann wohl noch nicht nutzbar sein werde. „Das bedeutet für uns ganz konkret finanzielle Einbußen, denn so schnell bekommen wir auch keine andere Halle mehr“, sagt die Öffentlichkeitsbeauftragte.

Für die Kickers geht das Problem aber viel tiefer. „Es gibt generell zu wenig Sportinfrastruktur in Stuttgart“, kritisiert Riedel. Das betreffe nicht nur die Hallen, sondern auch Außenanlagen. Man müsse froh sein, wenn man überhaupt Zeiten bekomme, auch wenn diese häufig den eigenen Anforderungen nicht gerecht werden würden. „Es fehlt an Kapazitäten in allen Richtungen“, so Riedels Fazit.

Tus Stuttgart stellt der Waldschule Hallenzeiten zur Verfügung

Das bestätigt auch Alexander Zieschank. „Der Bedarf insbesondere an Hallen ist groß“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Tus Stuttgart. Auch die Zeiten in der neuen und nun noch nicht einmal eröffneten Halle hätten vier- oder gar fünfmal vergeben werden können. Verschiedene Abteilungen des Tus, vor allem aber die in höheren Ligen spielenden Basketballer, wollen künftig in der neuen Sporthalle trainieren. Dass diese derzeit noch nicht nutzbar sei, werde von den aktuellen Corona-Einschränkungen überdeckt. „Gerade fällt das nicht so auf“, sagt Alexander Zieschank.

Im Gegenteil, aktuell stellt der Verein einige seiner Hallenzeiten sogar der Waldschule Degerloch für den Sportunterricht zur Verfügung, weil Freizeitsport ohnehin nicht möglich ist, die Schule aber wegen der Wasserschäden in der neuen Halle in die Bredouille geraten ist.

Die Stadtverwaltung betont indes, dass für die Schulen und Vereine so wenige Nachteile wie möglich entstehen sollen. „Es entfällt kein Sportunterricht, weil die Sporthalle Waldau noch nicht zur Verfügung steht. Dasselbe gilt auch für den Vereinssport, sobald dieser wieder aufgenommen wird.“ Mit diesen Worten wird Daniela Klein, die Leiterin des Sportamts, in einer Pressemitteilung zitiert.

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