Stuttgart 21 Juchtenkäfer-Bäume dürfen gefällt werden

Von Jürgen Bock 

Die Bäume und Sträucher am Neckarhang sollen für Stuttgart 21 weichen, denn hier kommen zwei Tunnel ans Tageslicht. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Die Bäume und Sträucher am Neckarhang sollen für Stuttgart 21 weichen, denn hier kommen zwei Tunnel ans Tageslicht. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die EU hat die Freigabe für das strenge Schutzgebiet im Rosensteinpark erteilt. Die Bahn steht erneut unter Zeitdruck.

Stuttgart - Darauf hat die Projektgesellschaft für Stuttgart 21 lange gewartet: Das Eisenbahn-Bundesamt (Eba) kündigte am Dienstag auf Anfrage an, dass die Bahn voraussichtlich noch im Februar die Genehmigung zur Fällung von Juchtenkäfer-Verdachtsbäumen am Rand des Stuttgarter Rosensteinparks erhalten kann. Dort sollen der bei S 21 geplante Fernbahntunnel und der für die S-Bahn nach Bad Cannstatt auf die neue Neckarbrücke treffen.

Das Eba hatte bereits Ende Dezember 2016 mit der Erstellung der sogenannten Planänderung für den Abschnitt begonnen. Weil die Bäume in einem streng geschützten Fauna-Flora-Habitat (FFH) stehen, musste die Bonner Behörde eine Stellungnahme der EU-Kommission zu dem erheblichen Eingriff im Schutzgebiet abwarten. Das positive Votum der EU sei nun eingegangen, so die Auskunft des Eba.

Das Gebiet ist streng geschützt

Um die Fällgenehmigung für rund 100 Gehölze im FFH-Gebiet zu erteilen, würden noch „Zuarbeiten“ der Bahn erwartet, so ein Eba-Sprecher. Lägen diese vor, könne der Änderungsbescheid zur Baugenehmigung „zeitnah“ erlassen werden, so dass die Fällungen im Februar erfolgen könnten. Der Zeitpunkt ist für die Bahn wichtig, denn in der Vegetationsperiode vom 1. März bis zum 30. September ist die Fällung grundsätzlich verboten und kann nur auf Antrag womöglich erlaubt werden. Stuttgart 21 steht trotz des vom Aufsichtsrat vor zwei Wochen von 2021 auf Ende 2024 geschobenen Fertigstellungstermins unter Zeitdruck.

Nach Erteilung der Genehmigung könnte es schnell gehen. „Am Rosensteinportal finden derzeit vorbereitende Maßnahmen statt, um das Baufeld für dort anstehende Bautätigkeiten im Rahmen von Stuttgart 21 frei zu machen“, sagt ein Sprecher der Projektgesellschaft. Die Bahn hat gemeinsam mit der Polizei ein Sicherheitskonzept erarbeitet.

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