Stuttgart 21 Die Gegner von Stuttgart 21 bleiben am Ball

Von Konstantin Schwarz 

Die Baustelle für den neuen Tiefbahnhof hat enorme Ausmaße. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Die Baustelle für den neuen Tiefbahnhof hat enorme Ausmaße. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 ist in Turbulenzen. Und die Gegner veranstalten die 400. Montagsdemo.

Stuttgart - 400 Zusammenkünfte, 400-mal Protest, Reden und so mancher Marsch: Die Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 zeigen auch an diesem Montag ihren Durchhaltewillen. Die 400. Montagsdemo beginnt um 18 Uhr vor dem Hauptbahnhof, auf der Bühne werden der Regisseur Volker Lösch, Wortkünstler Timo Brunke und die Autoren Winfried Wolf und Christine Prayon sprechen.

Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 sieht das Projekt angesichts weiter explodierender Kosten und der Debatte über nur wenige Fernverkehrszüge für den ­neuen Flughafenbahnhof „in erheblichen Turbulenzen“. Vor der Entscheidung des Bahn-Aufsichtsrates, der darüber befinden muss, wie das Unternehmen mit weiteren rund 1,4 Milliarden Euro erwarteter Zusatzkosten umgehen soll, wollen die Gegner mobilmachen. Das Ziel bleibe, Stuttgart 21 zu stoppen und den Umstieg auf einen modernisierten Kopfbahnhof zu ermöglichen. Dazu soll das Konzept Umstieg erneuert und ein konkreter Vorschlag zur Anbindung der Neubaustrecke Stuttgart–Ulm an den Kopfbahnhof und den Flughafen gemacht werden. Am 22. Januar wollen die Gegner das „Update Umstieg 21“ öffentlich vorstellen.

Demo vor dem Bahn-Tower

Unmittelbar vor dem Aufsichtsratstermin am 26. Januar wollen die Projektgegner am 25. Januar in Berlin über das Thema Demokratieversagen referieren. Dazu sei Hartmut Bäumer, der frühere Leiter des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg und heutige Vizechef von Transparency Deutschland, angefragt worden. Der frühere Spitzenbeamte hatte das Projekt jüngst als Exempel für Intransparenz gerügt und den Verantwortlichen eine gezielte Taktik des Verschweigens vorgeworfen. Bauliche und finanzielle Risiken seien kleingeredet worden. Das sehen auch die Gegner so, die die für die Bahn verantwortlichen Kontrolleure vor deren Sitzung im Berliner Bahn-Tower um 9 Uhr abpassen und informieren wollen.

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