Ob Sturmgewehr oder Bekleidung: Der Einkauf für die Truppe dauert oft Jahre. Das muss ein Ende haben, kommentiert unserer Berliner Korrespondent Jan Dörner.
Berlin - Es war einmal eine Verteidigungsministerin, die ein neues Sturmgewehr anschaffen wollte. Das war im Jahr 2015, und die Ministerin hat längst einen neuen Job als EU-Kommissionschefin in Brüssel. Und das Gewehr? Die Beschaffung ist noch immer nicht endgültig entschieden, da sich das Vergabeverfahren durch juristische Probleme auf unbestimmte Zeit in die Länge zieht. Das Sturmgewehr ist nicht das erste, ganz sicher nicht das letzte, sondern nur das jüngste Beispiel für die massiven Probleme beim Einkauf von Material für die Bundeswehr. Zuvor musste das Verteidigungsministerium die Anschaffung eines neuen schweren Transporthubschraubers aus Kostengründen stoppen.
Grundlegende Reform vor der Wahl verpasst
Die Schwierigkeiten betreffen nicht nur Waffen und großes Gerät. „Auch bei vielen Ausrüstungs-, Ausstattungs- und Bekleidungsartikeln zieht sich deren Beschaffung nicht selten über mehrere Jahre hin“, wiederholt die Wehrbeauftragte Eva Högl in ihrem kürzlich vorgelegten Jahresbericht bekannte Klagen. Aber auch in dieser, sich ihrem Ende zuneigenden Legislaturperiode ist das Beschaffungswesen bei der Truppe nicht grundlegend reformiert worden. Nach der Wahl muss das der Anspruch im Verteidigungsministerium sein.
@stzn.de