Foto: dpa

Horst Seehofer steht massiv unter Beschuss – Türkischer Minister predigt deutsche Leitkultur.

Berlin - Für seine Äußerungen in der Zuwanderungsdebatte erntet CSU-Chef Seehofer heftige Kritik. Die Linke wirft ihm geistige Brandstiftung vor und fordert seinen Rücktritt. Eine Studie ergab: Viele deutsche Jugendliche wollen keine türkischen Altersgenossen als Nachbarn.

Wegen seiner umstrittenen Äußerungen in der Zuwanderungsdebatte schlägt CSU-Chef Horst Seehofer eine Welle der Empörung entgegen. Die Linke sprach von geistiger Brandstiftung und forderte ihn zum Rücktritt auf. Ebenso wie die Grünen warf auch der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) Seehofer Populismus vor. Die SPD bemängelte, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe sich nicht genug von Seehofer distanziert.

Für Wirbel in der Debatte sorgt eine Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Der Studie zufolge wünschen sich nur 9,2 Prozent der deutschen Jugendlichen einen türkischen Nachbarn, mehr als 38 Prozent sind dagegen. Jedoch sagten 40,9 Prozent der Türken, sie fänden deutsche Nachbarn sehr angenehm. Das Institut befragte etwa 25.000 im Schnitt 15 Jahre alte Jugendliche, welchen ausländischen Nachbarn sie am liebsten hätten. Unter den Befragten waren 1600 türkischstämmige Jungen und Mädchen.

Der türkische Europaminister Egeman Bagis rief seine Landsleute und alle Deutschen türkischer Herkunft zu einer besseren Integration auf. "Lernt Deutsch! Passt euch den Sitten und Gebräuchen eures Gastlandes an", sagte er.

Berlins Regierender Bürgermeister und SPD-Vize Klaus Wowereit forderte, Merkel solle dafür sorgen, dass die Zuwanderung von Arbeitskräften nach einem Punktesystem geregelt wird. Ein solches System favorisiert auch die FDP. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt verwies auf den Fachkräftemangel, den es schon jetzt gebe.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: