In diesem Bassin kommt Trinkwasser an, bevor es ins Steinenbronner Netz gespeist wird. Künftig müssen die Bürger mehr für den Kubikmeter Wasser zahlen. Foto: Malte Klein

Der Gemeinderat erhöht von Juli an den Preis um den Kubikmeter Trinkwasser um 30 Cent. Wegen Unstimmigkeiten hatte es erst nicht danach ausgesehen.

Steinenbronn - Bereits vom 1. Juli an müssen die Steinenbronner mehr für ihr Trinkwasser zahlen. Die Gemeinde erhöht bereits in der nächsten Woche den Wasserpreis pro Kubikmeter um 30 Cent netto. Das haben die Gemeinderäte in der Sitzung am Mittwoch beschlossen. Das bedeutet, dass die Verbraucher von Juli an 2,10 Euro für den Kubikmeter zahlen. Für eine Familie mit zwei Kindern und einen Verbrauch von 100 Kubikmetern bedeutet die Erhöhung, dass sie 32 Euro im Jahr mehr für das Wasser zahlen muss, sagte Steinenbronns stellvertretende Kämmerin Sarah Klamert. Verbraucht die Familie 150 Kubikmeter Wasser, erhöht sich die Rechnung um 48 Euro. Zuvor blieb der Trinkwasserpreis über Jahre stabil. Die bisher letzte Erhöhung war im Januar 2014, berichtet Steinenbronns Bürgermeister Johann Singer.

Im Kern ging es bei der Erhöhung darum, den durch Wasserverlust im Leitungsnetz entstehenden finanziellen Schaden der Gemeinde auf die Bürger umzulegen. Klamert führte im Gremium aus, dass die Gemeinde nur fünf Jahre Zeit hat, den Verlust mit der Wassergebührerhöhung auszugleichen. „Wenn wir das für 2011 nun nicht tun, sind diese verloren. Dann können wir sie nicht mehr reinholen“, sagte sie.

Entweder 100 000 Euro oder 61 000 Euro Verlust im Jahr 2011

Zunächst sah es während der Sitzung gar nicht so aus, als ob der Wasserpreis, wie von der Verwaltung geplant, zum Juli erhöht wird. Denn Frank Schweizer, der CDU-Fraktionsvorsitzende, hatte bemerkt, dass der vom Kämmerer Hans-Dieter Bär bezifferte Verlust von 100 270 Euro im Jahr 2011 in der Vorlage nicht mit der im Haushalt aufgeführten Zahl von 61 342 Euro übereinstimmt. Diese steht auch in einer Vorlage von 2015.

Klamert vermutete, dass sich die Differenz durch eine in derselben Sitzung beschlossene Veränderung des kalkulatorischen Zinses ergibt. Dieser entsteht, wenn eine Kommune statt Geld zu investieren dieses bei einer Bank angelegt und dafür Zinsen bekommen hätte. Genau wisse das aber nur der verreiste Kämmerer. Singer empfahl den Räten daraufhin, an dem Abend abzustimmen. Die Verwaltung würde die genaue Zahl klären und sie nachliefern. Damit stieß der Schultes bei Dieter Menzel, dem Fraktionsvorsitzenden der SPD, auf deutlichen Widerspruch. „Ich werde keinen Blankoscheck ausstellen und der Verwaltung gleich gar nicht“, kommentierte Menzel Singers Vorstoß.

Die Zeit drängt

Letztlich drängte die Zeit. Denn damit die Erhöhung zum Juli in Kraft treten konnte, musste der Gemeinderat diese während der Sitzung am Mittwoch beschließen. Sonst hätte die Verwaltung auf das Geld von 2011 verzichten müssen. Um es nicht soweit kommen zu lassen und nicht auch noch auf die Einnahmen aus der Erhöhung zu verzichten, beschloss der Gemeinderat mehrheitlich doch die Erhöhung der Wassergebühren zum 31. Juli.

Am Donnerstag teilte Singer mit, dass Klamert mit ihrer Einschätzung Recht hatte: Die Differenz zwischen 100 270 Euro und 61 342 Euro besteht, weil in der höheren Summe die kalkulatorischen Zinsen eingerechnet wurden.

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