Das Industriegebiet hat in dem Ortsteil keine Perspektive. Foto: factum//Simon Granville

Der kleineste Stadtteil vor dem größten Wandel: Wo viele Jahr produziert wurde, entsteht Wohnraum. Nun liegen erste Ideen für den Ditzinger Stadtteil Schöckingen vor.

Ditzingen - Eine verdichtete Bebauung einerseits, kleinere Wohnhäuser andererseits, eine Halle, die zu Loftwohnungen umgebaut werden soll und ein Gemeinschaftsschuppen – so könnte das drei Hektar große Areal in Schöckingen in einigen Jahren aussehen. Heute ist es von Industrieanlagen geprägt.

Im Ausschuss für Technik und Umwelt ist dieses städtebauliche Konzept vorgestellt worden. Bei der Enthaltung von Konrad Epple (CDU) empfahl das Gremium dem Gemeinderat die Zustimmung. Deutlich wurde bei der Vorstellung auch, dass die nahe Freizeitanlage „im Verfahren berücksichtigt werden muss wegen der Lärmemissionen“, teilte die Verwaltung mit. Wenn dort Veranstaltungen sind, sollen die künftigen Anwohner nicht gestört werden. Die Verwaltung verweist darauf, dass das Areal mit einer Schallschutzwand geschützt werden muss.

Ein Ort wie viele im Wandel

Die Ditzinger erleben in ihrem kleinsten Ortsteil Schöckingen, was sich landesweit in etlichen Kommunen abspielt: Ein kleines, seit den 1960er Jahren gewachsenes Industriegebiet wird nach und nach umgewandelt in ein Wohngebiet. Grund dafür ist die wirtschaftliche Entwicklung der Betriebe: Sie benötigen zunehmend mehr Platz – und für den Transport der Zulieferteile oder auch der fertigen Produkte eine kurze Anbindung an das überörtliche Straßennetz. Da zudem die Grenzwerte für die Lärm- und Schmutzemissionen verschärft wurden, haben andererseits die Anwohner ein größeres Anrecht auf Schutz als dies noch vor Jahrzehnten der Fall war.

Der Gemeinderat hatte deshalb schon vor vielen Jahren die Grundsatzentscheidung getroffen, Schöckinger Betriebe weitgehend in der Kernstadt anzusiedeln. Für diese Entscheidung war ausschlaggebend, dass in dem rund drei Hektar großen Gebiet Industrie– und Wohnnutzung nebeneinander existieren.

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In der Kernstadt befinden sich heute unter anderem Gretsch-Unitas – ein Unternehmen für Fenster- und Türtechnik sowie automatische Eingangssysteme –, zudem der Laserspezialist Trumpf und der Maultaschenhersteller Bürger. Weil auch das Areal in der Kernstadt historisch gewachsen ist, stoßen die Zuschnitte der Grundstücke inzwischen auch dort teilweise an ihre Grenzen.

Pläne sind längst beschlossen

Die Pläne für eine Optimierung hat der Gemeinderat längst beschlossen. Dazu zählt die Verlegung einer Straße, um die Grundstückszuschnitte zu begradigen, die Flächen also besser nutzbar zu machen. Außerdem soll der Autobahnzubringer, die Siemensstraße, ausgebaut werden. Doch dafür muss das Logistikzentrum des Landes verlagert oder zumindest umgebaut werden. Die Stadt ist dafür auf das Land angewiesen, das sich lange Zeit nicht bereit erklärt hat. Zwischenzeitlich hat es erste Gespräche dazu gegeben.

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