Gemischte Gefühle herrschen bei den SPD-Kandidaten Ute Vogt (Mitte) und Nicolas Schäfstoß (rechts) Foto: www.7aktuell.de | Thomas Kaltenecker

Gemischte Gefühle nach der Bundestagswahl bei den SPD-Kandidaten in Stuttgart: Angesichts des klaren CDU-Wahlsiegs können die Stuttgarter Sozialdemokraten nur über den FDP-Flop richtig jubeln. Eine große Koalition sehen sie skeptisch.

Stuttgart - Die Glückskekse auf den Tischen im Restaurant „El Greco“ bleiben links liegen. Den meisten Stuttgarter Sozialdemokraten ist angesichts der sehr guten CDU-Zahlen von gut 42 Prozent auf Bundesebene am Sonntagabend nicht nach vagen Zukunftsprognosen zumute. Der leichte Zugewinn der eigenen Partei wird eher leise abgenickt. Doch als die FDP-Prozente auf dem Bildschirm erscheinen, wird es laut in dem kleinen Lokal. Mit Applaus und lautem Johlen quittieren die Sozialdemokraten das mutmaßliche Aus für die Liberalen im Bundestag. „Das wird auf eine große Koalition herauslaufen“, mutmaßen erste.

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Bundestagskandidatin Ute Vogt bleibt verhaltener: „Die Große Koalition wäre nur eine Notfalllösung.“ Sie betont: „Ich werde meiner Partei zu äußerster Zurückhaltung raten, denn ich möchte Frau Merkel nicht noch zur Kanzlerin machen.“

„Das wird eine schlaflose Nacht.“

Bei der Basis ist die Enttäuschung groß über das Abschneiden der Sozialdemokraten. „Im Land sollten die Kürzungen im Bildungsbereich zurückgenommen werden“, findet Tobias Haubensak (25). Für die junge Generation sei es unverständlich, wie man Lehrerstellen streichen könne, wenn man mehr Bildung wolle.

In dem verwinkelten Lokal haben es die mehr als 50 Hoffenden und Bangenden mächtig eng. Bei Prognose und Hochrechnungen drängen sie sich dicht auf den wenigen Metern vom Bildschirm bis zur Tür. Immer wenn es spannend wird, streikt die Technik. Und spannend bleibt es noch eine Weile. Schon bei der Sitzverteilung nach der Prognose fragt ein Sozialdemokrat: „Das ist fast die absolute Mehrheit, oder?“ Haubensak sagt angesichts der schwankenden Sitzverteilung: „Das wird eine schlaflose Nacht.“ Bei dieser Frage können ihm sicher auch die Glückskekse nicht helfen. 

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