Ute Stucky demonstriert den Kraftakt mit der alten Spülmaschine. Foto: Corinna Pehar

Die ehrenamtlichen Köche an einer Schule in Steinenbronn bangen um ihre Zukunft – und denken sich etwas aus. Wenn das klappt, wäre es nur zum Vorteil für die Kinder.

Steinenbronn - Das Geschirr klappert, der Duft von angebratenen Zwiebeln weht durchs Schulhaus. „Wenn die Kinder morgens ihre Köpfe zur Tür reinstecken und voller Vorfreude wissen wollen, was wir Leckeres kochen, ist das für uns die schönste Bestätigung“, sagt Ute Stucky, die zum zwölfköpfigen Team der Ehrenamtlichen gehört, die hauptsächlich aus Ü-65-Jährigen besteht – der Älteste sei sogar 80 Jahre alt.

Das Geschirr muss zügig durchgespült werden

Und genau da liegt das Problem: Um den insgesamt 60 zu 80 Schülern montags bis donnerstags sowie an allen Ferientagen in zwei aufeinanderfolgenden Schichten ein anständiges Mittagessen zu servieren, müsse das Geschirr zügig durchgespült werden. „Das bedeutet, dass wir eine Kiste mit 18 Tellern heben müssen, um sie in die Spülmaschine zu wuchten – und das nicht nur einmal, sondern 15- bis 20-mal am Tag“, sagt Stucky. Dieses „Mordsgewicht“ von fast 14 Kilogramm schaffe nicht mehr jeder von ihnen. Der Plan: Eine sogenannte Hauben-Spülmaschine inklusive Spülstraße muss her, sodass die Rentner die Teller ohne Anstrengung in den leeren Korb stellen können. Das Problem: Sie kostet 16 000 Euro.

Die Ehrenamtlichen hatten bereits die Gemeinderäte zu Besuch, um die Situation zu demonstrieren – die seien nicht abgeneigt gewesen, eine neue Spülmaschine zu finanzieren, beraten aber noch. „Wir wollen nicht nur fordern, sondern wollen auch selbst rund zehn Prozent des Betrags beisteuern“, erklärt Ute Stucky. Mit Plätzchenverkauf komme man allerdings nicht weit, daher haben die Köche einen Kabarettabend organisiert. Die „Kächeles“ kommen am Donnerstag, 31. Oktober, ins Bürgerhaus, dazu wird leckeres Essen serviert. Die Einnahmen: eine Anschubfinanzierung für eine neue Spülmaschine.

Das Essen verliere so seinen Geschmack

Wenn der Traum doch platzt, sehe es auf Dauer nicht gut aus: „Dann müssten wir über kurz oder lang auf die Alu-Lösung durch einen Caterer ausweichen“, erklärt die 62-jährige Rentnerin in Altersteilzeit. Das wolle man unter allen Umständen vermeiden, ergänzt Ingrid Brauner, die das Mensa-Essen in der Klingenbachschule vor 15 Jahren ins Leben gerufen hat: Liefern externe Anbieter das Essen, verliere es durch die lange Warmhaltezeit seinen Geschmack. Bei Tiefkühlkost zum Aufwärmen entstünden unnötige Müllberge, und zu guter Letzt, räumt die 68-Jährige ein: „Wir Rentner lieben diese Arbeit und fühlen uns gebraucht.“

Sie wollen den Schülern etwas Besseres bieten: Sie setzen auch auf Regionales, zum Beispiel auf Kartoffeln vom hiesigen Bauer. Dazu gebe es Salat oder Rohkost und einen Nachtisch. Zudem geht es familiär zu, wenn die Schüsseln auf dem Tisch stehen und die Kinder selbst schöpfen. „Außerdem schauen wir danach, dass sie auch ihr Gemüse essen, weil es sonst keinen Nachtisch gibt“, betont Ute Stucky und lächelt.

„Der Irrgarten einer schwäbischen Ehe“ mit den Kächeles ist am Donnerstag, 31. Oktober, 19.45 Uhr, im Bürgerhaus Steinenbronn zu sehen. Karten gibt es in der Brunnen-Apotheke oder unter Mensa-Freunde@web.de. Vorverkauf: 25 Euro, Abendkasse: 28 Euro. Einlass ab 18 Uhr. Zu essen gibt es: glasierte Maultäschle an Kartoffel-Wirsingragout mit Zwiebelsauce, Rindfleischküchle mit Curry-Lauchsalat und Paprika-Salsa, garnierter Schweizer Wurstsalat mit Holzofenbrot oder Käserahmspätzle mit Salamichips und Kürbischutney.

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