Ambitionierte Köche im SW34: Stephan Schurig (links) und David Sünder Foto: /Julian Rettig

Das SW34 im Gewerbepark Fasanenhof öffnet sich nun auch abends für ein nicht betriebszugehöriges Publikum. Zu einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis gibt es eine hochwertige Frischeküche.

Wohl dem, der eine gute Kantine hat. Die gibt es! Die von Vector in Weilimdorf zum Beispiel ist eine der besten der Republik, aber sie ist ja auch „made by Traube Tonbach“. Die des Technologieunternehmens GFT im Fasanenhof ist aber auch nicht schlecht. Seit 2016 ist sie am Start, und obwohl man sich von Anfang an auch nicht betriebszugehörigen Gästen geöffnet hat, gibt es dort erst seit diesem Sommer zusätzlich Abendservice. Dadurch, dass mehr Leute im Homeoffice seien, habe sich das Publikum mit der Zeit gewandelt, sagt Adone Corradi, der in der Küche des SW34 begonnen hat und seit zwei Jahren Geschäftsführer ist. Gefragt sei das Restaurant nicht nur von Mitarbeitern anderer Firmen im Gewerbepark, sondern auch von Messebesuchern sowie Gästen der nahe gelegenen Hotels – und aktuell für Weihnachtsfeiern.

 

Business- und Abendmenüs in schickem Ambiente

Das Ambiente ist schick und modern, allerdings ist durch die Materialkombination Beton und Holz der Hallfaktor recht hoch. Eyecatcher ist die 360-Grad-Bar in der Mitte des Raums unter drei riesigen Tütenlampen. Durch eine große Glasscheibe kann man in die Küche schauen, wo wir an unserem Testabend Küchenchef David Sünder (zuvor im Waldhotel Stuttgart) und Souschef Stephan Schurig (zuvor im exklusiven Dekra Club-Restaurant) werkeln sehen. Die regelmäßig wechselnde Karte ist bewusst klein gehalten und bietet mittags Tagesgerichte zwischen 10,90 und 13,90 Euro, aber auch Standards wie Rostbraten (27,90 Euro) und ein Businessmenü (zuletzt drei Gänge plus Espresso für 27,90 Euro).

Auch der Hirschkalbsrücken und die Weine sind gut

Abends ist die Karte noch kleiner, aber feiner und bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, insbesondere das Menü für 45 Euro. Die Vorspeise Jakobsmuschel / Sellerie / Herbsttrüffel ist ein Knaller, denn rund um, über und unter drei Muscheln wird Sellerie in allen Variationen gefeiert: die Knolle stückig, als Püree und Schaum, dazu noch etwas knackig-würzige Staudensellerie, getunt mit viel darüber gehobeltem Trüffel. Der Hirschkalbsrücken liegt rot und zart in einer tiefgründigen Cranberry-Pfeffer-Soße. Dazu gibt es hellgrünen Wirsing und ein lockeres Kartoffelpüree mit frittierten Zwiebeln. Die Crème brûlée bleibt ohne Gelatine tatsächlich schön cremig und wird von einem Brombeersorbet begleitet.

Schon der kleine Salat (3,80 Euro) in einem sanften Senfdressing zeigt, dass hier gut und frisch gearbeitet wird. Allein das etwas matschige Asiagericht mit Gemüse und Glasnudeln zu einem zugleich krossen und saftigen Lachsfilet (19,90 Euro) geht uns zu undifferenziert in Teryaki-Soße unter. Schöne Weine (5,50 bis 6 Euro für 0,1 l) zum Beispiel von Drautz-Able und an unserem Abend von St. Antony gibt es auch. Das sollte man mal in allen Kantinen einführen . . .

SW34, Schelmenwasenstraße 34, Stuttgart-Fasanenhof, Telefon 07 11 / 62 04 22 52, geöffnet Montag bis Freitag 10 bis 16 Uhr und 17.30 bis 22 Uhr, https://sw34.restaurant