Ex-Clubchef Bernd Wahler (li.) und Präsident Wolfgang Dietrich bei einer Jubiläumsveranstaltung des VfB Stuttgart im vergangenen Jahr. Foto: Pressefoto Baumann

Bernd Wahler hat dem VfB Stuttgart eine Runderneuerung empfohlen. Damit stellt der ehemalige Präsident auch die aktuelle Clubführung infrage. Nun hat VfB-Chef Wolfgang Dietrich auf die Kritik reagiert.

Stuttgart - „Das ist wie ein Geschwür: Es geht immer wieder in die richtige Richtung – aber es wird nie zu Ende geführt.“ Oder: „Ich denke, der VfB benötigt eine Runderneuerung.“ Und: „Ich hatte gedacht und es mir für den VfB gewünscht, dass Wolfgang Dietrich aufgrund seiner Erfahrung und Persönlichkeit den eingeschlagenen Weg konsequent durchzieht.“ Harte Worte, die beim VfB Stuttgart gar nicht gut angekommen sind.

Gesprochen hat sie Bernd Wahler (60) im Gespräch mit unserer Redaktion am Donnerstag auf der Sportbusinessmesse Spobis – also jener Mann, der von 2013 bis 2016 als Präsident an der Spitze des VfB Stuttgart stand. Und somit den Abstieg im Mai 2016 zu verantworten hat. Wahlers Amtszeit endete danach mit seinem Rücktritt.

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Wenige Monate später, im Oktober 2016, übernahm dann Wolfgang Dietrich (70) die Geschäfte und ist seitdem ehrenamtlicher Präsident des VfB. Besonders ihn dürfte die harsche Kritik seines Vorgängers getroffen haben. Zu einem Konter ließ er sich jedoch nicht hinreißen. „Ich habe es bislang so gehalten, dass ich mich zur Arbeit meines Vorgängers nicht geäußert habe und auch nicht dazu, was ich bei meinem Amtsantritt beim VfB vorgefunden habe“, sagte Dietrich am Freitag gegenüber unserer Redaktion und betonte: „Das werde ich auch so beibehalten.“

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Wahler hatte unter andrem die Trennung von Jan Schindelmeister und Hannes Wolf kritisch hinterfragt. Aus Sicht der heutigen VfB-Führung gab es in der Kaderplanung des früheren Sportvorstandes vor der ersten Saison nach dem Wiederaufstieg Defizite, Schindelmeiser musste im Sommer 2017 gehen und wurde durch Michael Reschke ersetzt. Ex-Trainer Wolf habe von sich aus signalisiert, nicht mehr den hundertprozentigen Glauben daran zu haben, das Team zum Klassenverbleib führen zu können. Ende Januar 2018 kam es zur Trennung vom äußerst beliebten Trainer.

Bernd Wahler hatte am Donnerstag derweil selbst „große Fehler“ in seiner Amtszeit eingeräumt. Demnach hätte er sich 2014 nicht erst von Trainer Thomas Schneider und später von Sportchef Fredi Bobic trennen sollen.

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