Präsentation "Auf gut Schwäbisch" als Buch

Von Jan Sellner 

Schwäbische Eigenarten in Bildern: Der Zeichner Peter Ruge hat die „Auf gut Schwäbisch“-Beiträge von Leserinnen und Lesern im gleichnamigen Buch illustriert. Quelle: Unbekannt
Schwäbische Eigenarten in Bildern: Der Zeichner Peter Ruge hat die „Auf gut Schwäbisch“-Beiträge von Leserinnen und Lesern im gleichnamigen Buch illustriert. Quelle: Unbekannt

200 Texte, 60 Zeichnungen – im Belser-Verlag erscheint eine Auswahl der Serienbeiträge.

Stuttgart - Stirbt der Dialekt aus? Nein, Schwäbisch lebt! Den Beweis dafür haben unsere Leserinnen und Leser erbracht. Seit April 2009 haben wir rund 600 Beiträge veröffentlicht und ein Vielfaches mehr erhalten: Anekdoten, Rezepte, Gedichte, Sprüche von Leserinnen und Leser, denen der schwäbische Dialekt am Herzen liegt. Dafür bedanken wir uns herzlich! Gleichzeitig freut es uns - auf Schwäbisch gesagt - saumäßig, dass wir vielen Ländle-Bewohnern mit den Veröffentlichungen eine Freude machen. Leserin Dorothea Eib aus Stuttgart schreibt, was viele Leserinnen und Leser so oder ähnlich äußern: "Mit großem Interesse und mit noch viel größerer Freude - was wichtig ist beim Lesen einer Zeitung, in der doch hauptsächlich ungute Nachrichten stehen - lese ich Ihre schwäbischen ,Leitplanken'."

"Auf gut Schwäbisch" - ein Stück schwäbischer Infrastruktur? So hatten wir unsere Serie noch gar nicht betrachtet. Aber es ist etwas dran. Der Dialekt ist vertrautes Terrain in einer unübersichtlichen Welt - etwas zum Festhalten, manchmal sogar zum Aufrichten.

Und er hält herrliche Geschichten bereit - Geschichten vom "Debbich", der im hochdeutschen Sinne kein Teppich ist, oder von den gebratenen Kellerstaffeln, die naseweisen Kindern aufgetischt werden. Unerschöpflich scheint die Quelle, aus der das Schwäbische sprudelt - mal charmant, mal derb, jedoch immer originell und geistreich. Es gibt Leser, die behaupten, Schwäbisch sei die schönste Mundart der Welt. Wer wollte widersprechen bei so unnachahmlichen Worten wie "Amenoschlupferle" oder "Brunzawusele".

Die Resonanz ist unverändert groß

Viele Gründe also, dem Schwäbischen Raum zu geben. Die Resonanz auf unsere Schwäbisch-Beiträge ist unverändert groß. Kein Tag ohne Schwäbisch-Post, die wir nach und nach abarbeiten. Darin tauchte von Anfang an auch immer wieder diese Frage auf: "Warum machen Sie nicht ein Büchle?" Unsere Antwort heute lautet: Wir haben soeben eines gemacht! Gemeinsam mit dem Stuttgarter Belser-Verlag, der jüngst sein 175-jähriges Bestehen feierte und sein regionales Angebot ausweitet. Ab sofort ist "Auf gut Schwäbisch" also in gebundener Form in den Buchhandlungen erhältlich. Auf 128 Seiten finden Freunde des Dialekts eine Auswahl veröffentlichter und unveröffentlichter Beiträge - illustriert von Peter Ruge, einem Zeichner aus Villingen, der zu den rund 200 kleinen Texten 60 originelle Zeichnungen beigesteuert hat. Der Preis beträgt 14,95 Euro.

Alle Leserinnen und Leser, die mit einem Beitrag in unserem Buch vertreten sind, haben wir für Donnerstagnachmittag ins Alte Schloss nach Stuttgart eingeladen. Darüber hinaus wollen wir das Buch auch denjenigen präsentieren, deren Beiträge aus Platzgründen leider nicht zum Zuge gekommen sind; sie sind am Donnerstag (31. März), um 19 Uhr im Alten Schloss willkommen. Mit dabei sein wird auch Sprachforscher Roland Groner, der für "Auf gut Schwäbisch" zahlreiche Beiträge über die Herkunft schwäbischer Wörter verfasst hat. Der Eintritt ist frei. Allerdings ist die Zahl der Plätze im Alten Schloss begrenzt, daher wird eine Anmeldung erbeten (Telefon: 0711/89535111).

Wer Freude und Interesse am Dialekt hat, dem sei schon am Dienstagabend ein Besuch des Alten Schlosses empfohlen. Das Landesmuseum Württemberg startet da nämlich eine neue Veranstaltungsreihe. Zwei Jahre lang möchte das Museum nach eigener Auskunft "die Schwaben, ihre Sprache, ihre Eigenarten und Vorzüge kritisch und humorvoll in den Blick nehmen". Die Veranstaltungsreihe mündet in eine neue Präsentation zur Landeskulturgeschichte, die vom 25. Mai 2012 an geplant ist.

Den Auftakt heute machen der Volkskundler Hermann Bausinger, der Kabarettist Ernst Mantel und VfB-Präsident Erwin Staudt. In einer von SWR-Moderator Stefan Siller geleiteten Gesprächsrunde unterhalten sie sich ab 19 Uhr über das "Phänomen des Schwäbischen". Für diese Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich (Telefon: 0711/89535111); Abendkasse: 11 Euro; ermäßigt 8 Euro.

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