Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander Bukow (Charly Hübner) beißen sich die Zähne an dem Fall des Frauenmörders von Rostock aus. Doch ihr Instinkt lässt das eingespielte Team nicht im Stich. Foto: NDR/Christine Schroeder

In „Dunkler Zwilling“, der neuen „Polizeiruf 110“-Folge aus Rockstock, bringt ein Frauenmörder die Ermittler König und Bukow an ihre Grenzen.

Rostock - Immer wieder stehen die Schuhe der Opfer auffällig ordentlich drapiert neben den Leichen. Der Profilerin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) fällt dieses Detail bei den Ermittlungen im Fall eines brutalen Frauenmörders, der innerhalb kurzer Zeit zwei junge Frauen in Rostock umgebracht hat, als erstes auf. Es gibt einige ähnliche Fälle, die schon ein paar Jahre zurückliegen und die dem Ermittlerteam Alexander Bukow (Charly Hübner) und Katrin König Kopfschmerzen bereiten – im wahrsten Sinne des Wortes.

Schnell kommen sie einem möglichen Täter auf die Spur. Frank Kern (Simon Schwarz), Umzugsunternehmer und Vater einer Tochter im Teenageralter, scheint unauffällig, er wirkt fast schon brav und gibt sich allzu hilfsbereit gegenüber der Polizei. Genau das macht ihn von Anfang an verdächtig. Wie ein glitschiger Fisch flutscht er den Kommissaren immer wieder aus den Fingern.

Die Stärke liegt in der Verwirrungstaktik

Und was ist mit dem manipulativen Hobby-Künstler Jan (Alexander Beyer), der mit fast vierzig immer noch Jura studiert, nebenher Taxi fährt und seine 25 Jahre ältere Frau schikaniert und demütigt? Allzu plakativ erscheinen seine kruden, erotischen Zeichnungen junger Mädchen, mit denen er die Wände in seinem Haus zugepflastert hat und womit er sich als Täter qualifiziert.

Die Stärke des Polizeirufs aus Rostock liegt in der Verwirrungstaktik. Damir Lukačević (Buch und Regie) spielt geschickt mit Krimi-Sehgewohnheiten. Vor allem die Tochter des Unternehmers Kern, Marla (Emilia Nöth), spielt ihre Rolle als zunächst unsicheres, dann beunruhigtes, schließlich schockiertes und traumatisiertes Mädchen in beeindruckender emotionaler Dichte. Und die übertriebene Unschuld, mit der sich ihr Vater Frank Kern umgibt, hat von Anfang an etwas Monströses.

ARD, 6. Oktober, Sonntag, 20.15 Uhr

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