Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander Bukow (Charly Hübner) am Tatort Foto: NDR

Die Nazis sind überall. König und Bukow begegnen im neuen „Polizeiruf 110“ völkischen Siedlern, geldgeilen Politikern und schießwütigen Rassisten. In Meckpomm trägt der Wolf keinen Schafspelz mehr.

Rostock - Der deutsche Kommissar, er tut sich derzeit um auf dem Land. Dort wo man mit Blut den Boden düngt. Der Freiburger und der Münchner „Tatort“ befassten sich zuletzt mit völkischen Siedlern, nun lernen auch Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander Bukow (Charly Hübner) in Rostock: Braun ist die Scholle, und braun ist der Bauer. In der Kommune backen die Kinder Brot, stramm gezopft und scharf gescheitelt, unter dem gütigen Blick von Adolf Hitler, dessen Porträt an der Wand hängt.

Dort ist Erik Meissner (Patrick von Blume) der Führer des „braunen Bullerbü“. Er ist der Ex-Mann der Politikerin Sylvia Schulte, die für die Partei für Freiheit und Sicherheit (PFS) in Rostock Oberbürgermeisterin werden will. Kurz vor der Wahl wird sie lebendig verbrannt. Meissner ist einer der Verdächtigen. Ebenso Schultes Parteikollege Roland Herlau (Michael Wittenborn), der zwar gegen Ausländer hetzt, aber nichts dagegen hat, mit dem Vermieten von Unterkünften an Flüchtlinge Geld zu scheffeln. Dann wäre da Schultes Assistent und Liebhaber Karim Jandali (Atheer Adel). Eine spannende Figur. Ein Syrer, der für die Rechtspopulisten der PFS die Strategie entwirft und ihnen die Worte in den Mund legt. Er hält sich für schlauer, als die Polizei erlaubt, und ist schon rein äußerlich dem wuchtigen Bukow gewachsen.

Überhaupt ist und bleibt Hübner als Bukow ein Naturereignis. Er reibt sich mit seiner Kollegin König, die er für eine typische überhebliche Großstadtpflanze hält, die klug daherschwätzt und keine Ahnung von Land und Leuten hat. Bukow versteht die Nazis – und haut ihnen genau deshalb aufs Maul.

Ausstrahlung: ARD, Sonntag, 10. Juni, 2018, 20.15 Uhr
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