Stuttgart Neue Pläne für Platz unter der Paulinenbrücke

Von Josef Schunder 

Das Areal unter der Paulinenbrücke soll aufgewertet werden. Einmütig haben die Fraktionen eine wichtige Weichenstellung beschlossen.

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Stuttgart - Der Plan zum Umbau und zur Aufwertung des Platzes unter der Paulinenbrücke wird greifbarer: Am Dienstag hat der Gemeinderatsausschuss für Umwelt und Technik in größter Einmütigkeit beschlossen, dem Pächter der Parkplatzanlage zum März 2018 zu kündigen.

Nicht einmal die CDU, die sonst oft um jeden Autoparkplatz kämpft, scherte aus. „In Einzelfällen mag es aus unterschiedlichen Gründen richtig sein, Parkplatzkapazität auch mal wegzunehmen“, sagte CDU-Fraktionschef Alexander Kotz, „in diesem Fall zum Beispiel halten wir das für sinnvoll.“ Das liegt daran, dass im noch recht neuen Einkaufszentrum Gerber eine Parkgarage entstanden ist: Und dass durch die Wegnahme von Stellplätzen unter der Brücke die Aufenthaltsqualität zwischen der Bundesstraße  14 am Österreichischen Platz und der Tübinger Straße steigen dürfte. Für dieses Ziel hatten sich die Fraktionen auch schon mit einem übergreifenden Antrag stark gemacht. Die Gewerbetreibenden in der Umgebung unterstützen das Vorhaben ebenfalls.

Aus einem Unort soll ein öffentlicher Ort werden

Nun werde die Umwandlung der Autostellfläche, die die Stadtbezirke Mitte und Süd bisher mehr trennt als verbindet, vom kommenden Frühjahr an möglich, freute sich Björn Peterhoff (Grüne). Und SPD-Fraktionschef Martin Körner zeigte sich guten Mutes, dass der Gemeinderat beim Abschluss der Haushaltsberatungen an diesem Freitag auch Geld bewilligt. Die SPD hat im weitestgehenden Antrag eine Million Euro beantragt.

Das Vorhaben zielt darauf ab, dass ein Teil der Parkplatzfläche von einem Unort zu einem öffentlichen Ort entwickelt wird, der mit Kunst- und Kulturaktionen und kreativen Aktivitäten bespielt wird. So hat es der Verein Stadtlücken vorgeschlagen. Dafür muss wohl die Verkehrsführung auf dem Areal geändert werden.

Im ersten Schritt ging es darum, den Termin zur Kündigung des Pachtverhältnisses zu wahren. Danach werde man weitersehen, sagte Technik-Bürgermeister Dirk Thürnau (SPD). Einen Teil des Parkplatzes am Österreichischen Platz werde man wohl für die Baustellenlogistik beim Umbau brauchen. Für später ist eine Station für Lastenräder im Gespräch. Falls ein Rest Parkplätze übrig bleibe, sei der bisherige Pächter Apcoa aber auch zur weiteren Bewirtschaftung bereit, sagte Thürnau.

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