Wenn online bestellte Sachen zurückgeschickt werden, landen sie oft im Müll – weil das billiger ist (Symbolbild). Foto: dpa/Jens Büttner

Etwas wegschmeißen, was noch gut ist? Das finden wohl die meisten Menschen doof. Trotzdem passiert es täglich. Das gilt zum Beispiel für online bestellte Sachen, die zurückgeschickt werden. Ein Gesetz soll nun für weniger Müll sorgen.

Berlin - Der rote Pulli sieht in echt ganz anders aus als auf der Webseite im Internet! Also kommt er einfach wieder in den Karton. Dann wird er an den Online-Händler zurückgeschickt. So etwas geschieht viele Tausende Male jeden Tag.

Häufig versucht der Händler dann nicht, den günstigen Pulli an jemand anderen zu verkaufen. Stattdessen kommt solche Ware in den Müll! Denn das Wegwerfen ist manchmal billiger für die Händler als etwa reinigen, neu verpacken und wieder absenden. So landen nicht nur neue Kleidung im Abfall, sondern auch Elektrogeräte und andere Waren.

Das finden viele Leute schlecht. Auch die deutsche Umweltministerin gehört dazu. „Neuwertige Waren einfach wegschmeißen, einfach verbrennen, so kann man mit den Ressourcen nicht umgehen“, sagte sie am Mittwoch. Ressourcen sind Grundstoffe, die wir dauernd brauchen.

Im Gesetz soll stehen, was mit Abfall passieren muss

Deshalb will die Ministerin ein Gesetz mit einem langen Namen ändern: das Kreislauf-Wirtschafts-Gesetz. Darin steht, was mit Abfall bei uns passieren muss. Die Änderungen daran sollen dafür sorgen, dass nur noch Waren vernichtet werden, die wirklich kaputt sind oder etwa gefährlich. Außerdem sollen die Firmen genau aufschreiben, was mit den Sachen geschieht, die sie nicht verkaufen. Denn bisher weiß niemand genau, was und wie viel im Müll landet.

Doch Umweltschützer sind mit den Plänen nicht zufrieden. Sie fordern zum Beispiel, dass gleich weniger Müll entsteht. Auch Händler sind nicht einverstanden. Sie finden die neuen Regeln zu kompliziert, besonders das Aufschreiben aller nicht verkauften Sachen. Sie meinen, stattdessen sollte es etwa einfacher werden, die Waren zu spenden.

Noch etwas ist neu im geplanten Gesetz: Behörden des Staates sollen künftig mehr Dinge aus recycelten Stoffen kaufen. Das können Teppiche sein, Smartphones mit tauschbarem Akku oder etwa Recycling-Papier für den Drucker.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: