Diese Grafik zeigt die Idee, wie die Baulücke gefüllt werden könnte. Wie ein solcher Container von innen aussieht? Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. Foto: SHA Architects

Container als Hotelzimmer: In Stuttgart-Ost könnte ein ungewöhnliches Hotel-Projekt entstehen.

S-Ost - Wer von Osten über die Talstraße nach Stuttgart kommt, kennt das Grundstück. Es ist an der Ecke Wangener Straße/Talstraße, genau unterhalb der Gaisburger Kirche und steht seit vielen Jahren leer. Lange Zeit stand dort ein großes Plakat, das verkündete, dass Nestwerk dort bauen wolle. Aber das ist Geschichte. Jetzt gibt es Überlegungen, dort zumindest vorübergehend eine zumindest originelle Form des Wohnens in recycelten Schiffscontainern zu platzieren.

Die Idee dafür stammt von der österreichischen Architektin Sigrid Hintersteininger. Sie kauft gebrauchte Schiffscontainer, die auf den Meeren um die Welt gereist sind, und verwandelt sie in Appartements. Dafür werden die Stirnseiten entfernt, auf die eine Seite kommt der Eingang, auf die andere ein die ganze Fläche ausfüllendes Fenster. Betritt man die Container-Wohnung, kommt gleich links eine kleine Arbeitsnische mit Minischreibtisch, ausfahrbarer Steckdosenleiste inklusive Netzwerkanschlüssen für den Internetzugang. Im mittleren Bereich ist rechts das Bad mit Toilette, Waschbecken und Dusche. Sehr viel Bewegungsfreiheit hat der Bewohner eines solchen Containers zwar nicht, aber die Nasszelle erfüllt ihren Zweck. Der Rest des Containerinnenraumes ist mit einem Doppelbett belegt. Irgendwo dort soll auch ein Beamer eingebaut sein, der das Fernsehbild auf die multifunktionale Scheibe an der Stirnseite projiziert. Die Grundfläche der Container ist 2,4 mal 8 Meter groß.

Grundstück aus Insolvenzmasse herausgekauft

Das Konzept für dieses „Raummodul“ ist im Internet nachzulesen, zu besichtigen waren solche umfunktionierten Container schon im Fernsehen in der Sendung Galileo und im Rahmen des Immobilien-Dialogs Region Stuttgart auf dem Marktplatz vor dem Stuttgarter Rathaus vor drei Jahren. Und ein solcher Container steht schon seit geraumer Zeit vor der Schlachthof-Gastronomie und dem Schweinemuseum im Stuttgarter Osten.

Der Chef der Wilhelmer-Gastronomie, Michael Wilhelmer, spielt jetzt mit dem Gedanken, solch ein Container-Projekt auf eben jenem schwierig zu bebauenden Grundstück an der Ecke Wangener Straße/Talstraße zu installieren. Er hat das Grundstück aus der Insolvenzmasse der Nestwerk-Stiftung herausgekauft und überlegt, dort bis zu 25 Wohncontainer aufzustellen und als außergewöhnliche Hotelzimmer zu vermieten. Bis zu sechs solcher Container lassen sich aufeinander stapeln, den Sockel eines Stapels bilden Versorgungscontainer, von denen aus Strom- und Wasserleitungen zu den eigentlichen Wohnbehältnissen führen. Wilhelmer nennt das Projekt „suite4stuttgart“.

Info-Material im Rathaus

„Es ist noch sehr früh“, sagt Wilhelmer zum Stand der Planungen. Er hat jetzt eine Voranfrage an die Stuttgarter Stadtverwaltung gerichtet, um herauszufinden, ob ein solches, eventuell auch befristetes Projekt dort möglich und denkbar wäre. Den Oberbürgermeister Wolfgang Schuster und den Ersten Bürgermeister Michael Föll hat Wilhelmer mit entsprechendem Informationsmaterial versorgt. In den Unterlagen können sich die beiden im wahrsten Sinn des Wortes schon einmal Bild davon machen, wie die Hotel-Container an dieser Stelle aussehen würden, überragt von der Gaisburger Kirche.

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