Das Gebissmodell des ausgestorbenen Riesenhais Megalodon Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Ein Thementag im Naturkundemuseum hat sich der „Zukunft der Ozeane“ gewidmet. Für die Besucher gab es dabei manch neue Einblicke. Wer weiß schon, dass auch Korallen Töne produzieren?

Stuttgart - Manchmal klickt es nur, dann ertönt ein Brummton, so tief und sonor, dass der eigene Brustkorb zu vibrieren scheint. Das Naturkundemuseum im Schloss Rosenstein ist am Sonntag in eine seltsame Klangwolke nie gehörter Töne getaucht. Und „getaucht“ ist in diesem Fall genau der passende Begriff: Was die Kinder und Erwachsenen beim Thementag „Die Zukunft der Ozeane“ beim Eintreten ins Museum als Erstes wahrnehmen, sind Klänge aus den Tiefen der Meere. Wie Wale untereinander kommunizieren oder welche Laute sie bei der Jagd ausstoßen, das führen an diesem Tag die Forscher von Ocean Sounds vor. Der Pottwal gehört mit Ruflauten bis zu einer Lautstärke von 200 Dezibel zu den lautesten Tieren auf dem Planeten – wahre Schreihälse der Meere also.

Auch Korallen klingen

Heike Vester, Gründerin der gemeinnützigen Organisation Ocean Sounds, die sich dem Schutz der Meere verschrieben hat, hat ihre Sound-Bibliothek für den Thementag geöffnet. Nach einem Vortrag in Bild und Ton will sie von den Kindern wissen: „Was haben wir jetzt gerade gehört? Eine Echoortung, das Gespräch unter Weibchen oder ein großes Männchen auf Brautschau?“ Die Hände einiger Kinder, die um sie herum auf dem Boden sitzen, schnellen in die Höhe. Ein kleiner Junge ruft: „Das sind Weibchen!“. Genau richtig. Und bald wird den großen und kleinen Zuhörern auch klar, dass Unterwasser lebende Tiere, die auf so vielfältige Art kommunizieren, nicht nur durch im Meer schwimmendes Plastik gefährdet sind, sondern auch durch die menschengemachte Lärmverschmutzung der Ozeane. Aber nicht nur Wale singen, auch Korallen klingen, was für die meisten Besucher des Museums dann doch eine Überraschung ist. Und sie klingen anders, wenn sie krank werden und absterben.

Wie stellt man Bienenwachstücher her?

Beim Thementag „Die Zukunft der Ozeane“, der im Rahmen der derzeit im Naturkundemuseum gezeigten Sonderausstellung „Riesig im Meer“ stattfand, konnten Kinder auch selbst am Mikroskop forschen und Objekte aus dem Meer genau unter die Lupe nehmen. So kann man zum Beispiel erst unter dem Mikroskop erkennen, wie viel Zahnreihen in einem kleinen Rochengebiss stecken. In einem Workshop lernten Erwachsene am Sonntag, wie man Bienenwachstücher herstellt. Diese sind wiederverwertbar und helfen deshalb, Müll zu vermeiden. „Mit dem Thementag wollten wir innerhalb der Sonderausstellung einen Schwerpunkt auf die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz setzen“, sagt Lisa-Marie App, die für die Öffentlichkeitsarbeit beim Museum zuständig ist. Die Große Sonderausstellung „Riesig im Meer“ im Naturkundemuseum im Schloss Rosenstein ist noch bis 14. Juni zu sehen.

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