Ein freier Sitz in der S-Bahn – nicht immer ist er bedenkenlos benutzbar. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Wer in Bus oder Bahn Platz nimmt, sollte sich den Sitz vorher lieber genauer anschauen. Ein Säurefall gibt der Polizei Rätsel auf.

Stuttgart - Wer auf einem Sitz in Linienbussen oder in der Bahn Platz nehmen will, sollte lieber zweimal hinschauen: Hatten unbekannte Täter Sitze in der Bahn zuletzt mit Nähnadeln präpariert, so kam jetzt auch noch offenbar Säure ins Spiel.

Betroffen ist ein Regiobus eines Unternehmens im Auftrag der Bahn, der zwischen Marbach im Kreis Ludwigsburg und Beilstein im Kreis Heilbronn verkehrt. Ein 28-Jähriger war in dieser Linie 460 am vergangenen Freitag gegen 20 Uhr unterwegs und wunderte sich später über Hautreizungen am Hinterteil. Ein Bekannter, ein ausgebildeter Rettungssanitäter, identifizierte diese Verletzungen als Verätzungen.

„Das betroffene Busunternehmen hat solche Verätzungen auch auf einem Sitz festgestellt“, sagt Polizeisprecher Rainer Köller. Gewebeproben würden nun untersucht. Womöglich habe es weitere Opfer gegeben.

Keine heiße Spur bei Ermittlungen bei der Bahn

Bisher ohne heiße Spur sind weitere Anschläge auf sitzende Fahrgäste im Bahnverkehr geblieben. Am 10. März gab es zwei Leichtverletzte in einer S-Bahn der Linie S 1 bei Stuttgart-Vaihingen. Dort waren Sitzplätze mit Nähnadeln präpariert worden. „Leider gibt es für die Tatzeit kein Videomaterial“, sagt Bundespolizeisprecher Daniel Kroh. Die Bahn musste einräumen, dass sie den Vorgang zu spät bearbeitet hatte – die Daten waren nach über 72 Stunden schon überschrieben. Keine Bilder gibt es auch von einem Nähnadelanschlag am 9. Mai in einer Regionalbahn in Bietigheim-Bissingen. In diesem Zug gab es keine Videoüberwachung. Hinweise im jüngsten Säurefall erbittet die Polizei über Telefon 0 71 31 / 64 46 30.

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