Im Dürr-Konzern beginnen jedes Jahr mehr als 130 Menschen eine Ausbildung an deutschen Standorten. Foto: Dürr

Junge Fachkräfte und damit auch die Ausbildung sind zentral für das Wachstum der Wirtschaft. Doch wie gut sind deutsche Firmen?

Stuttgart - Im Dürr-Konzern in Deutschland sind rund 400 Auszubildende und Studierende im Dualen Studium beschäftigt. Gut zwei Drittel davon bei der Tochter Homag, dem Weltmarktführer bei Holzbearbeitungsmaschinen. Beide Firmen bekamen bei einer Auswertung die Bestnote – sowohl für die klassische Berufsausbildung als auch für ihr Angebot für Studierende. An der Studie „Beste Ausbilder“ des Wirtschaftsmagazins „Capital“ waren über 700 Unternehmen in Deutschland beteiligt – darunter Dax-Konzerne wie Adidas oder Allianz, aber auch die Deutsche Bahn mit ihren 10 000 Azubis bis hin zu Mittelständlern und Handwerkern. Rund 20 Prozent der teilnehmenden Unternehmen wurden mit fünf Sternen ausgezeichnet. Der Bestnote, ging – abgesehen vom Anlagenbauer Dürr (Bietigheim-Bissingen) – in Süddeutschland unter anderem auch an den Reinigungsspezialisten Kärcher (Winnenden), den Optikkonzern Zeiss (Oberkochen), den Ingenieurdienstleister Bertrandt (Ehningen), den Mischkonzern Freudenberg (Weinheim) und den Autozulieferer ZF Friedrichshafen. Aber auch die Allgaier Werke (Uhingen), Roto Frank (Stuttgart), Putzmeister (Aichtal) oder beispielsweise die Volksbank Esslingen schafften bei der Bewertung fünf Sterne – und damit das beste Ergebnis.

Rekrutierung von Talenten ist kein Selbstläufer

Bewertet wurden fünf Kriterien: die Betreuung und das Lernen im Betrieb, das Engagement des Unternehmens, die Erfolgschancen und der Einsatz innovativer Lernmethoden. „Die Rekrutierung der Talente ist kein Selbstläufer“, sagt Studienleiterin Ana Fernandez-Mühl. Erfolgreiche Unternehmen hätten das verstanden und böten eine hochwertige Ausbildung an. Ähnlich sieht es auch Klaus Achelik, Personalleiter des Dürr-Konzerns: „Im Zeitalter der Digitalisierung ist es wichtiger denn je, Nachwuchskräfte gut und mit Weitblick auszubilden.“ Davon profitierten beide Seiten: Die jungen Leute würden optimal auf das Berufsleben vorbereitet, und das Unternehmen könne die Spezialisten von morgen selbst heranziehen. Der Studie zufolge bestimmt die zunehmende Digitalisierung immer stärker auch die Ausbildungsinhalte.

Insgesamt mehr als 700 Personalverantwortliche haben den Fragebogen mit über 60 Fragen ausgefüllt. Eine gute Ausbildung hängt nicht nur von der Mitarbeiterzahl und vom Umsatz ab. Ziel der Studie ist es, jungen Menschen, die auf der Suche nach dem richtigen Ausbildungsplatz und -unternehmen sind, eine Orientierungshilfe in der Arbeitswelt zu geben. Auch der Druck auf die Unternehmen ist groß. Die stark gestiegene Zahl nicht besetzter Ausbildungsplätze und offener Fachkräftestellen zeige, wie hoch der Druck vieler Unternehmen sei, sich intensiver um die Aus- und Weiterbildung zu kümmern., heißt es in der Studie.

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