Die zerteilten Parkbäume aus dem Schlossgarten harren derzeit auf Lagerplätzen im Fasanenhof und Feuerbacher Wald ihrer weiteren Verwendung zu künstlerischen, ökologischen oder pädagogischen Zwecken. Foto: PPfotodesign

Was passiert mit den Bäumen? Stadtverwaltung informierte über die bisherigen Vorschläge.

Stuttgart - Im vergangenen Februar wurden mehr als 100 Bäume im Mittleren Schlossgarten gefällt, um Platz für Stuttgart 21 zu schaffen. Seither harren die zerteilten Parkbäume auf Lagerplätzen im Fasanenhof und Feuerbacher Wald ihrer weiteren Verwendung zu künstlerischen, ökologischen oder pädagogischen Zwecken. Jetzt informierte die Stadtverwaltung im Tiefenhörsaal der Universität Stuttgart vor 40 Besuchern über die bisherigen Vorschläge.

Alice Kaiser, die städtische S-21-Bürgerbeauftragte, stellte die Ideen vor, darunter den Vorschlag einer Künstlerin, die meterhohe „Versöhnungsskulpturen“ fertigen möchte. Eine andere will Rottweiler Narrenmasken daraus schnitzen, das Stuttgarter Jugendamt will sie im Ferienprogramm von Kindern „aus bildungsfernen Haushalten“ bearbeiten lassen.

Wir würden gern ein Bildhauersymposium veranstalten“

Das Sinsheimer Technikmuseum würde drei Stämme in einer Ausstellung zur Eisenbahngeschichte verwenden, das staatliche Naturkundemuseum hält das jahrhundertealte Holz für Forschungen zur Stadtklimageschichte geeignet. „Wir würden gern ein Bildhauersymposium veranstalten“, schlug David Baur vom Wagenhallen-Kunstverein vor, und Stuttgart-21-Gegner möchten aus Baumresten ein Mahnmal im Schlossgarten errichten.

Was nun genau geschehen soll, will das Bürgerforum Stuttgart 21 in Veranstaltungen am 16. Juni und 7. Juli unter Moderation des Sozialwissenschaftlers Ortwin Renn klären. „Sollten mehr Interessierte als Holzstämme da sein, muss eine Jury unter künstlerischen Aspekten entscheiden“, kündigte Renn an. Laut Renn hat die Bahn 500.000 Euro für die ­Verwertung des Baumholzes bereitgestellt.

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