Landtagspräsident Guido Wolf (Zweiter von links) spricht mit CDU-Mitgliedern. Foto: Klein

Beim Herbstempfang der CDU-Bezirksgruppe spricht Landtagspräsident Guido Wolf über „Lust auf Zukunft“ und die Oppositionsarbeit nach 58 Jahren an der Regierung.

Münster - Seit einem Jahr ist Martin Mäule aus Münster CDU-Mitglied. Als er eintrat, regierte die CDU nicht mehr im Land. Am Mittwoch kam Mäule zum Herbstempfang ins Kultur- und Sportzentrum in Münster, um den Landtagspräsidenten Guido Wolf über „Lust auf Zukunft“ reden zu hören. Der sprach von sich als „letztem Verbliebenen in einem hohen öffentlichen Amt im Land mit CDU-Parteibuch“. Martin Mäule lobt die CDU: „Es ist eine tolle Gemeinschaft. Wir diskutieren ernst, aber das Zwischenmenschliche wird nicht vergessen.“ Eine andere Partei sei für Mäule nicht in Frage gekommen: „Bei kommunalen Themen ist die CDU in Münster federführend.“

Der Vorsitzende der CDU Münster René Hildebrandt sprach ein lokales Thema an: „Die geplante Schließung der Hofener Straße beschäftigt uns intensiv. Wir sind gegen die Wochenendsperrung.“ Er befürchtet, dass Autofahrer auf die Neckartalstraße in Münster ausweichen und Anwohner durch noch mehr Verkehr gestört werden.

Auch Bürgermeisterin Susanne Eisenmann war in Münster zu Gast und ging in ihrer Rede auf die Bedeutung der Bezirke ein. Nicht nur die großen Themen in Stuttgart seien wichtig. „Wer die Stadtbezirke vergisst, vergisst die Menschen, die dort leben.“ Diese identifizierten sich mit ihren Bezirken. „Dort haben sie ihren Verein und ihr soziales Umfeld.“ Wichtig seien zum Beispiel auch Begegnungsstätten vor Ort.

„Lust auf Zukunft heißt auch Lust auf Opposition“

Eine solche ist das Kultur- und Sportzentrum in Münster, in dem der Landtagspräsident Guido Wolf (CDU) am Mittwoch referierte. Wolf sprach die verlorene Landtagswahl an. „Was am 27. März 2011 passiert ist, war schmerzlich.“ Nun müsse die CDU beherzte Oppositionspolitik machen. „Lust auf Zukunft heißt auch Lust auf Opposition.“ Wolf ging auf einen weiteren Zukunftsaspekt ein, die Volksabstimmung über Stuttgart 21: „Ich bin von Herzen dankbar, dass die Mehrheit im Land nicht Bedenkenträger ist, sondern Lust auf Zukunft hat.“ Er streifte die Familien- und Umweltpolitik sowie die Situation der CDU. Von einem Sonderkurs in Städten hielt Wolf nichts: „Wir sind im Land so stark geworden, weil wir nicht zwischen der CDU im Land und in den Städten unterscheiden.“

Stefan Kaufmann, der Kreisvorsitzende der CDU Stuttgart, ging auf das schlechte Abschneiden des von der Partei unterstützten OB-Kandidaten Sebastian Turner ein. „Wir werden die Wahl intern aufarbeiten, dürfen uns aber nicht selbst zerfleischen. Es war schmerzhaft, aber kein Desaster.“ Nun müsse es zu einer inhaltlichen Profilierung kommen. Er sei sicher, dass es der CDU bei der Bundestagswahl „gelingt, das Ruder rumzureißen“.

Die Stimmung in der Bezirksgruppe Münster sei „einwandfrei. Es findet eine Verjüngung statt“, sagte Ruben Tengler (CDU). Turner als parteilosen OB-Kandidaten sah er kritisch. „Viele sind deshalb nicht zur Wahl gegangen.“ Er glaubt aber nicht, dass mit Fritz Kuhn „alles schlecht wird. Von der Niederlage geht die Welt nicht unter.“ Hildebrandt sagte, dass sich die Partei noch mit der OB-Wahl beschäftigen müsse. In Münster sei die CDU erfolgreich. „Im vergangenen Jahr haben wir, verglichen mit anderen Bezirken, prozentual am meisten Mitglieder gewonnen.“

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