Die Pädagogik des geplanten VKBI-Schülerheims ist in der Kritik Foto: Guenter E. Bergmann

Leinfelden-Echterdingen erteilt dem Moscheeverein VKBI eine Absage: Er soll nur die Moschee fertigbauen, nicht aber das umstrittene Schülerheim. Mit 14 zu 13 Stimmen fällt die Mehrheit äußerst knapp aus.

Leinfelden-Echterdingen - Mit denkbar knapper Mehrheit hat der Gemeinderat von Leinfelden-Echterdingen die Pläne des Moschee-Vereins für Kultur, Bildung und Integration (VKBI) zum Bau eines Schülerheimes abgelehnt. Mit 14 zu 13 Stimmen haben die Fraktionen von CDU, Freien Wählern und FDP, inklusive Oberbürgermeister Roland Klenk (CDU) dem seit Jahren umstrittenen Vorhaben gestern Abend eine Absage erteilt. Eine gerichtliche Auseinandersetzung um den seit Jahren andauernden Moschee-Konflikt rückt damit deutlich näher.

„Ich kann mit dieser Entscheidung leben“, sagt Klenk unserer Zeitung. Dem Moscheeverein hielt er Kompromisslosigkeit vor. Grundlage der Entscheidung ist ein gemeinsamer Antrag von CDU, Freien Wählen und FDP. Darin heißt es, der VKBI bekomme bis Ende Juni 2020 Zeit, seine Moschee im Oberaichener Industriegebiet fertig zu bauen. Damit wäre eine ungestörte Religionsausübung im Sinne des Grundgesetzes gesichert, so der Antrag weiter. Im Gegenzug müsse der Verein aber seine Schülerheimpläne, inklusive Bistro und Laden aufgeben. Der VKBI ist örtlicher Ableger des türkischen Dachverbands VIKZ in Köln, der bundesweit wegen seiner umstrittenen und integrationsfeindlichen Pädagogik immer wieder in die Kritik geraten ist.

Grüne und SPD gegen Gang zum Gericht

Vertreter von VKBI und VIKZ standen am Abend nicht für eine Stellungnahme zur Verfügung. Der Vorschlag des VKBI zur Beilegung des seit Jahren schwelenden Streites mit der Stadt: Der Verein bestand auf der vollen Umsetzung seines Bauvorhabens, inklusive Schülerheim, wollte den Betrieb des Schülerheims auch in das Grundbuch eintragen lassen und war nur bereit, für einige Jahre den Betrieb aussetzen.

Nun droht ein Konflikt vor Gericht. Ein Termin – 14. Januar – beim Landgericht Stuttgart steht schon. „Ich blicke der Angelegenheit zuversichtlich entgegen“, meint Klenk. Vertreter von Grünen und SPD hatten bis zuletzt gehofft, den Gang vor die Justiz zu vermeiden. Sie favorisierten einen Kompromissvorschlag der Stadt: Fertigstellung der Moschee. Und in zehn Jahren sollte der Gemeinderat erneut über den Betrieb eines Schülerheims entscheiden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: