Neue Arten breiten sich in Deutschland aus – zum Beispiel die Tigermücke. Welche anderen Insekten oder Spinnentiere stechen oder beißen? Klicken Sie sich durch die Bildergalerie. Foto: dpa

Für die Natur sind Insekten und Spinnentiere wichtig, doch ihre Stiche oder Bisse können für Menschen ganz schön schmerzhaft sein. Wie erkennt man Zecken- oder Hornissenstiche? Und mit welchen Mitteln lassen sich Schmerzen lindern? Ein Überblick.

Stuttgart - Es surrt und brummt in den Blumen und Büschen: Mit dem Frühsommer sind auch Insekten und Spinnentiere wieder aktiv. Für die Umwelt erfüllen sie wichtige Funktionen. Doch den Menschen können sie auch Ärger bereiten – in Form von Juckreiz oder Schmerzen. Denn Bienen, Wespen, Mücken und Co können bekanntlich stechen. Was am besten gegen die unterschiedlichen Stiche hilft: Ein Überblick.

 

Zecken:

Zecken sind keine Insekten, sondern gehören zu den Spinnen. Die Blutsauger lauern auf Wiesen, Wäldern und in Gärten. Ihre Stiche sind zwar selten schmerzhaft, können aber Krankheiten wie Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Borreliose kann man mit Antibiotika behandeln, es ist aber eine recht langwierige Erkrankung. Gegen FSME gibt es gar kein Medikament, wohl aber eine Impfung. Sie wird insbesondere in Risikogebieten empfohlen, da die Krankheit tödlich verlaufen kann. Infektionen etwa mit dem Krim-Kongo-Fieber durch die tropischen Hyalomma-Zecken, die hierzulande inzwischen gelegentlich vorkommen, sind bislang dagegen noch nicht nachgewiesen.

Lesen Sie hier: Kommt jetzt eine neue Riesen-Zecke?

Wer in der Natur unterwegs war, sollte anschließend seinen Körper sorgfältig nach Zecken absuchen, rät Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin (CRM). Hat sich der Parasit bereits festgesetzt, sollte man ihn am besten sofort entfernen. Dazu mit einer Pinzette oder Zeckenzange hautnah greifen und mit einem vorsichtigen und gleichmäßigen Zug senkrecht herausziehen. Anschließend die Wunde säubern und desinfizieren. Entsteht nach einigen Tagen eine Hautrötung an der Stelle oder treten grippeähnliche Symptome auf, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen.

Mücken:

Mücken sind lästig: Ihr Surren bringt viele Menschen vor allem in lauen Sommernächten um den Schlaf. Ihre Opfer finden sie, weil sie Schweißgeruch und das ausgeatmete Kohlendioxid wahrnehmen. Wenn sie zustechen, injizieren sie dabei ihren Speichel, sodass das menschliche Blut nicht gerinnt und leichter in den Saugrüssel der Mücke fließt. Der Speichel wiederum sorgt für die Schwellung rund um die Einstichstelle und das Jucken, das mehrere Tage anhalten kann. Um die Symptome zu mildern, können Betroffene den Stich mit Hitze behandeln, denn Temperaturen von über 40 Grad zerstören das Protein im Speichel. Dazu einen Löffel oder ein Messer erhitzen und auf die Stichstelle drücken. In Apotheken gibt es auch sogenannte Stichheiler, deren Kontaktfläche erhitzt und auf den Stich gedrückt wird.

Lesen Sie hier: Invasive Arten – Wenn die Mücke neue Krankheiten bringt

Inzwischen sind in manchen Gegenden in Deutschland auch Mücken heimisch, die schwere Krankheiten übertragen können – etwa die asiatische Tigermücke.

Wespen:

Wespen lösen häufig panisches Umherwedelnund Mit-den-Armen-Rudern aus, weil viele Menschen Angst vor den umherschwirrenden Insekten haben. Das ist prinzipiell kein Wunder, weil Wespenstiche sehr schmerzhaft sein können. Verhindern lassen sie sich am besten, indem man Ruhe bewahrt und eben nicht um sich schlägt, denn genau das macht die Tiere aggressiv. Wenn man doch gestochen wurde, kann ein Gemisch aus Speichel und Zucker die Schmerzen und die Schwellung lindern. Auch ein Eisbeutel auf der Einstichstelle kann helfen. Als Hausmittel wird zudem oft dazu geraten, eine halbe Zwiebel auf den Stich zu drücken – das wirkt entzündungshemmend.

Flöhe:

Meistens sind Hunde oder Katzen schuld, wenn man plötzlich Flöhe hat. Die kleinen Blutsauger hinterlassen typischerweise mehrere eng beieinanderliegende rötliche Bissspuren, die häufig einem Hautausschlag ähneln und daher recht schwierig zu identifizieren sind. Durch den Speichel, den die Flöhe beim Blutsaugen abgeben, jucken die Bisse stark. Der Juckreiz lässt sich lindern, indem man die betroffene Stelle etwa mit einem Eisbeutel kühlt. Die wichtigste Maßnahme ist jedoch, die Flöhe selbst zu beseitigen – denn wenn sie sich in der eigenen Wohnung befinden, beißen sie immer wieder. Hier hilft eine Grundreinigung der Wohnung. Wäsche, Bettwäsche, Kleidung und Textilien sollten zudem bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Empfindliche Kleidungsstücke, die diese Temperaturen nicht vertragen, kann man auch für einige Tage ins Gefrierfach legen.

Bienen:

Bienen sind eigentlich ziemlich friedlich. Sie stechen nur, wenn sie sich angegriffen oder in die Enge getrieben fühlen. Durch einen Widerhaken bleibt ihr Stachel in der Haut stecken, dieser Verlust führt dazu, dass die Biene stirbt. Davor injiziert sie jedoch ihr Gift – und das führt zu einer schmerzhaften Schwellung und Juckreiz. Wer gestochen wurde, sollte den Stachel sofort entfernen und dabei darauf achten, möglichst nicht die Giftblase am äußeren Ende zu zerdrücken. Danach muss die Einstichstelle desinfiziert werden. Gegen die Schmerzen und den Juckreiz hilft Kälte – durch Kühlpacks, Eisbeutel, kalte Waschlappen oder Quarkwickel.

Hornissen:

Hornissenstiche sind meistens extrem schmerzhaft, obwohl ihr Gift harmloser ist als das von Bienen oder Wespen. Das liegt vor allem an dem längeren Stachel der vergleichsweise großen Insekten. Typisch für Hornissenstiche sind Pusteln oder juckende Rötungen. In jedem Fall sollten Gestochene die Stelle sofort desinfizieren, rät DKV-Experte Reuter. Das sei bei Hornissenstichen besonders wichtig, da sie durch ihren längeren Stachel eine größere Wunde hinterlassen. „Wichtig ist auch, nicht zu kratzen, damit sich das Gift nicht weiter verteilt.“ Anschließend helfen als Hausmittel etwa Quarkwickel oder ein kalter Umschlag mit Essigwasser dabei, die Schmerzen zu lindern.

Bremsen:

Bremsen gehören zu den Blutsaugern und sind vor allem in ländlichen Gegenden aktiv – insbesondere an schwülen Tagen. Der Stich sorgt für eine juckende Schwellung, ist aber ansonsten harmlos. Um die Symptome zu lindern, hilft Kühlen, etwa durch einen Eisbeutel. Selbst wenn es noch so juckt, sollte man auf keinen Fall kratzen – auch wenn es schwer fällt. Denn das kann bei den eigentlich harmlosen Stichen Entzündungen verursachen.

Ameisen:

Wie schmerzhaft die Bisse von Ameisen sind, kommt darauf an, um was für eine Ameise es sich handelt. Die kleinen Ameisen aus dem Garten beißen meist nur, die großen Waldameisen hingegen verspritzen zusätzlich Gift – die Ameisensäure. Diese Bisse sind ziemlich schmerzhaft und lösen einen unangenehmen Juckreiz sowie Rötungen und Schwellungen aus. Die gute Nachricht: Ameisenbisse sind ungefährlich – und gegen Schmerzen und Juckreiz hilft Kühlung, etwa mit einer Gurkenscheibe als Hausmittel, rät Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der Deutschen Krankenversicherung (DKV). „Die Gurke wirkt zusätzlich desinfizierend und entzündungshemmend.“