Minijobs im Haushalt geben den Beschäftigten oft eine große Flexibilität Foto: dpa

Minijobs begünstigen die gute Arbeitsmarktlage. Doch haben sie viele Nachteile.

Stuttgart - Zu den Vorteilen des gesetzlichen Mindestlohns zählt es, dass er dazu beigetragen hat, Minijobs vielfach zu sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen zu verbinden. Diese geben den Betroffenen eine höhere finanzielle Sicherheit und verbessern ihre Aussichten für die Rente. Somit handelt es sich beim Mindestlohn um ein aktives Programm gegen Altersarmut speziell von Frauen, die in erster Linie von geringfügiger Beschäftigung betroffen sind. Denn der Rentenanspruch aus einem Minijob heraus ist minimal. Der mögliche Verzicht auf Abgabenfreiheit verschärft das Problem noch.

Für den Arbeitgeber bieten Minijobs eine Reihe von Vorzügen

Dennoch darf man das Instrument nicht verteufeln. Minijobs geben den Beschäftigten, sofern gewollt, eine große Flexibilität. Familie und Job lassen sich eng miteinander verzahnen. Wer keine umfangreiche Erwerbstätigkeit anstrebt und ein „Taschengeld brutto für netto“ hinzuverdienen will, kann sich darauf einlassen. Für den Arbeitgeber bieten Minijobs ohnehin eine Reihe von Vorzügen, weshalb die angepeilte Vollbeschäftigung ohne diese nicht zu denken ist. Es wäre keine Lösung, die Minijobs gänzlich zu beseitigen, wie es die Gewerkschaften und linken Parteien gerne sähen. Aber die Verdienstgrenze an die steigende Lohnentwicklung zu koppeln, wie es Union und FDP angepeilt haben, würde die überwiegenden Nachteile verschärfen.

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