Bringt aus seiner Zeit beim VfR Aalen Zweitligaerfahrung mit: Kickers-Routinier Michael Klauß Foto: Baumann

Michael Klauß erlebte beim VfR Aalen die erfolgreichste Zeit seiner Karriere. Vor dem WFV-Pokal-Drittrunden-Spiel sagt der 32-Jährige, warum der sich mit den Stuttgarter Kickers gegen seinen Ex-Club Chancen aufs Weiterkommen ausrechnet.

Stuttgart - 6:2 bei Verbandsligist TSV Essingen, 5:1 bei Landesligist Türk Spor Neu-Ulm – bisher lief für die Stuttgarter Kickers im WFV-Pokal alles nach Plan. Nun wartet auf den Fußball-Oberligisten in der dritten Runde aber ein anderes Kaliber: Regionalligist VfR Aalen kommt an diesem Dienstag (19 Uhr) ins Gazistadion. „Wir sind gut drauf und wollen unbedingt ins Achtelfinale einziehen“, lässt Kickers-Routinier Michael Klauß (32) keine Zweifel am Pokalehrgeiz der Blauen aufkommen. Das Achtelfinale findet am 3. Oktober statt, die Auslosung dazu am 19. September.

Herr Klauß, sind die Stuttgarter Kickers rechtzeitig vor dem Pokal-Derby gegen Ihren Ex-Club ins Rollen gekommen?

Ich finde, wir waren auch schon vor dem 2:0-Sieg gegen Spitzenreiter 1. Göppinger SV ganz gut im Rollen. Nur die Ergebnisse haben nicht immer gestimmt.

Auch gegen Göppingen...

...hatten wir wieder viele gute Chancen, die wir vor allem in unserer starken ersten Halbzeit noch nicht genutzt haben. Wir haben insgesamt ein gutes Spiel gemacht, obwohl wir schon auch unter Druck standen. Wir sind jedenfalls absolut überzeugt von dem, was wir spielen und unsere Spielidee ist klar erkennbar. Und was das Toreschießen betrifft, hoffe ich, dass der Knoten jetzt geplatzt ist.

Ist das Pokalspiel gegen den VfR Aalen eigentlich noch ein besonderes Spiel für Sie?

Ja, schon. Ich habe von 2012 bis 2016 beim VfR gespielt und dort – neben dem Aufstieg mit Jahn Regensburg in die zweite Liga – die erfolgreichste Zeit meiner Karriere erlebt.

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Wen kennen Sie noch aus Ihrer Zeit auf der Ostalb?

Nicht mehr viele. Eigentlich ist Torwart Daniel Bernhardt der einzige, der noch den VfR-Dress trägt. Auch in der Führungsetage gab es viele Wechsel.

Haben Sie noch Kontakt zu Daniel Bernhardt?

Nur sporadisch. Vor allem, wenn es um die Organisation des Vereinsausflugs vom VfR auf den Wasen geht (lacht/Anm.d.Red.: Michael Klauß ist mit den Festwirten Klauß&Klauß verwandt).

Wie sehen Sie die Chancen gegen das VfR-Team von Trainer Roland Seitz?

Wir gehen gegen den Regionalligisten ausnahmsweise mal nicht als Favorit ins Spiel. Aber ich sehe uns dennoch auf Augenhöhe mit dem VfR und deshalb auch absolut mit Chancen, ins Achtelfinale einzuziehen.

Warum?

Der Erfolg gegen Göppingen gibt uns bestimmt Rückenwind. Zu Hause haben wir unsere tollen Fans hinter uns. Und jeder von uns ist auch im Pokal-Wettbewerb, genauso wie in der Liga, hoch motiviert.

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Weil das Finale im Gazi-Stadion auf der Waldau stattfindet?

Nicht nur deshalb. Es gibt ja auch die Chance in den DFB-Pokal einzuziehen. Das ist zwar ein weiter und harter Weg und die Liga ist auf jeden Fall noch wichtiger, aber es lohnt sich.

Sie wissen das aus eigener Erfahrung.

Ja. Ich habe sieben, acht DFB-Pokal-Spiele absolviert, darunter auch Kracher gegen Dortmund und Gladbach.

Ein Kraft-Problem wird das Spiel am Dienstag nicht?

Der VfR Aalen hatte auch ein Spiel am Samstag (0:0 gegen TuS RW Koblenz) und unser guter, breiter Kader ist ein Vorteil.

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Wo liegen die Hauptunterschiede zur vergangenen Saison?

Wir wollen immer Ballbesitz und spielen dominanter. Das macht uns Spielern einen Tick mehr Spaß und – da bin ich fest davon überzeugt – auch den Zuschauern. Hinzu kommt, dass der Kader auch sehr gut zusammengestellt ist.

Sie haben von 2006 bis 2010 auch beim VfB Stuttgart II gespielt. Wird das der Hauptkonkurrent um den Aufstieg?

Auf dem Papier wegen deren Möglichkeiten und Mitteln bestimmt, doch ich kenne die Mannschaft nicht besonders gut. Ich glaube aber schon, dass der FSV 08 Bissingen noch eine Serie starten und auch der SGV Freiberg eine gute Rolle spielen wird. Und beim 1. Göppinger SV muss man abwarten, wie sie die erste Saisonniederlage bei uns wegstecken.

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