Auf Krawall gebürstet: der Bewerber um den CDU-Vorsitz Friedrich Merz Foto: dpa/Martin Schutt

Friedrich Merz hat sich entschieden, die CDU aufs Äußerste zu polarisieren. Das kann nicht gut gehen, kommentiert Berlin-Korrespondent Norbert Wallet.

Berlin - Das ist jetzt ein lupenreiner Machtkampf, knallhart und unerbittlich. In brachialer Wortwahl hat Friedrich Merz die Fronten gezogen und den Kampf gegen das Partei-Establishment ausgerufen. Damit ist genau das eingetreten, was die bis zur Unerträglichkeit harmoniebedürftige CDU so schlecht ertragen kann: der offene Streit ums Merkel-Erbe. Merz weiß, dass die Partei Konflikte schlecht aushält. Dass er dennoch die äußerste Zuspitzung sucht, legt vor allem eine Vermutung nahe: dass er ganz einfach recht hat. Tatsächlich ist nicht nur in der Parteispitze die Erkenntnis gereift, dass keiner der drei Bewerber um den Parteivorsitz – und damit auch ums Kanzleramt – eine sichere Bank ist. Und längst geht in der Partei die Frage um, ob nicht ein Vierter im Bunde die beste Wahl wäre. Dieser Vierte aber muss derzeit kraft Amtes gegen das Coronavirus kämpfen und fühlt sich an sein Wort gebunden, das er Armin Laschet gegeben hat. Das könnte das Spiel auf Zeit erklären.

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