Cannabis als Medikament – hier verpackte ein Mann in Israel das Kraut für solche Zwecke. Foto: MTI

Der Markt von dem Anbau für medizinisches Cannabis scheint für viele Unternehmer vielversprechend zu sein. 79 von ihnen wollen den Zuschlag einer öffentlichen Ausschreibung in Deutschland.

Frankfurt - Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte BfArM will im zweiten Quartal Zuschläge für den erstmaligen Anbau von medizinischem Cannabis in Deutschland erteilen. In dem Ausschreibungsverfahren hätten 79 Bieter Angebote abgegeben, teilte das BfArM am Montag mit. Diese würden nun ausgewertet. Die erste Ernte werde im vierten Quartal 2020 erwartet. In Deutschland gibt es medizinisches Cannabis seit 2017 auf Rezept. Bislang wird der hiesige Bedarf ausschließlich über Importe gedeckt. Medizinisches Cannabis wird weltweit in immer mehr Ländern erlaubt. Kanada hatte im Oktober als weltweit zweiter Staat nach Uruguay den Cannabis-Konsum vollständig legalisiert.

Die Ausschreibung des BfArM umfasst 10.400 Kilogramm Cannabis, verteilt über vier Jahre. Insgesamt sollen 13 Lose mit einer Jahresmenge von je 200 Kilogramm vergeben werden, um auch eine Beteiligung von kleineren Unternehmen zu ermöglichen. Ein Bieter kann maximal für fünf Lose einen Zuschlag erhalten. Mit einer Zuschlagserteilung rechnet das BfArM nicht vor April, da noch ein Verfahren vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf anhängig ist. Ein Bieter hatte einen Nachprüfungsantrag für das Verfahren gestellt. Dieser wurde zwar von der Vergabekammer des Bundes zurückgewiesen, der Bieter legte dagegen aber Revision ein. Für den 10. April wurde das Verfahren beim OLG terminiert.

Probleme mit dem Vergabeverfahren

Eine erste Ausschreibung für den Anbau für medizinischen Cannabis in Deutschland hatte das BfArM im vergangenen Jahr wegen einer Änderung des Vergabeverfahrens aufgeben müssen. Auch wurde die Gesamtmenge des ausgeschriebenen Medizinalhanfs mit Blick auf steigende Patientenzahlen auf 10.400 von ursprünglich 6.600 Kilo erhöht. Der Import soll auch künftig möglich sein, Medizinalhanf wird derzeit nur aus Kanada und den Niederlanden nach Deutschland eingeführt.

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