Kabarettist Mathias Richling hat Schwarz-grün noch nicht abgeschrieben Foto: dpa

Der Stuttgarter Kabarettist Mathias Richling warnt vor der Renitenz der SPD-Basis bei der Mitgliederbefragung zur Großen Koalition.

Der Stuttgarter Kabarettist Mathias Richling warnt vor der Renitenz der SPD-Basis bei der Mitgliederbefragung zur Großen Koalition.

Stuttgart - Herr Richling, die Große Koalition steht. Sind Sie mit dem erreichten GroKo-Deal zufrieden?
Oh, nein, bitte. Glauben Sie denn an den Koalitionsvertrag? Es handelt sich hier um ein theoretisches Papier, über das ich Frau Merkel in meiner „Mathias-Richling-Show“, die am 6. Dezember um 23.30 Uhr im SWR-Fernsehen läuft, sagen lasse: „Ich setze den Vertrag nachher sowieso so um, wie ich ihn auslege.“ Mehr habe ich dazu nicht zu sagen. Zum Vergleich: Was stand denn im alten Koalitionsvertrag alles drin? Lesen Sie einfach den mal durch und vergleichen, was davon umgesetzt wurde. Da wurde Steuersenkung versprochen, weniger Alter, mehr Jugend. Und am Ende war alles Makulatur. Nur das Versprechen auf weniger FDP wurde eingehalten. Es ist aber immer alles vorhersehbar. Deswegen habe ich das Gespräch zwischen Frau Merkel und Herrn Gabriel bereits aufgezeichnet, noch bevor der Koalitionsvertrag unterschrieben war. Ich wundere mich dann immer, dass die später meine Texte sprechen.
Jetzt kann nur noch die SPD-Basis die Große Koalition verhindern. Halten Sie es für wahrscheinlich, dass die Genossen ihre Parteispitze noch ausbremsen?
Ja klar, selbstverständlich. Wer das nicht glaubt, der kennt die SPD nicht und die Renitenz und Vehemenz der Basis. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es am Ende gar keine Große Koalition gibt. Und dann könnte ich mir eher Schwarz-Grün vorstellen oder Grün-Schwarz oder grün alleine. Oder vielleicht auch mal gar keine Regierung. Das ging ja die letzten vier Jahre auch hie und da.
Eine neue Regierung bringt auch für Kabarettisten und Satiriker immer neue Gesichter hervor. Wer wird der neue Star der Regierung?
Ich bin so drin, dass ich gar nicht genau weiß, wer neu und wer alt ist. Auch die Neuen kommen einem manchmal so alt vor. Herrn Gabriel hatte ich schon vor vielen Jahren mal im Repertoire, als er Umweltminister war. Jetzt kommt er für mich wieder aus der Versenkung, aber stimmlich ist er natürlich lange nicht so griffig wie unser Ministerpräsident Winfried Kretschmann.
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