Wer es heiß mag, ist vom 1. April an am Georgiiweg wieder richtig: Stuttgarts älteste Sauna eröffnet wieder. Der neue Pächter Zvonimir Pfaff freut sich schon auf seine Gäste. Foto: Jacqueline Fritsch

Lange suchte der Luftbadverein Stuttgart-Degerloch vergeblich nach einem neuen Saunapächter. Das Sportamt der Stadt Stuttgart hatte stets sein Veto eingelegt. Nun ist es gelungen, und vom 1. April an wird es wieder heiß auf der Waldau.

Degerloch - Manche mögen es heiß. Andere eher nicht. Wer lieber in Maßen schwitzt, kann sich vom 1. April an in einer Biosauna auf der Waldau aufwärmen. Sie heizt mit 55 Grad auf eine deutlich niedrigere Temperatur auf als die finnische Variante. Deshalb soll sie zum Beispiel besonders hautschonend sein.

Egal welche Temperatur dem persönlichen Geschmack entspricht, auf der Waldau kann von Beginn des kommenden Monats an wieder geschwitzt werden. Die Sauna des Luftbadvereins hat neue Pächter. Franziska und Zvonimir Pfaff ziehen nach 16 Jahren aus dem Gartenhallenbad in Bernhausen auf die Waldau um. Die Pfaffs hatten das Pech, dass der bisherige Standort für ihre Sauna in Bernhausen für eine längere Zeit saniert und der Saunabetrieb ganz eingestellt wurde. „So kam es, dass wir uns gefunden haben“, sagt Jörg Englert vom Luftbadverein.

Die Zukunft der ältesten Sauna Stuttgarts war ungewiss

Englert ist die Erleichterung darüber anzuhören. Denn die Zukunft der 1948 eröffneten und damit ältesten Sauna in Stuttgart war lange ungewiss. Der Luftbadverein kam mit mehreren Interessenten ins Gespräch. Doch die Einigung blieb stets aus. Grund war das Veto des Sportamts gegen die Wünsche der möglichen Pächter. Das Amt lehnte es ab, dass der Luftbadverein sein Erbpachtrecht für das Saunagebäude an den neuen Pächter abtritt. Eine privatwirtschaftliche Nutzung käme für die Stadt nicht infrage, erklärte im vergangenen Jahr der Leiter des Sportamts, Günther Kuhnigk. Das Sportamt war zudem strikt dagegen, dass ein neuer Pächter in das Gebäude am Georgiiweg einzieht. Die Stadt fürchtete Klagen der neuen Bewohner wegen des Lärms aus den Stadien, sagte Kuhnigk damals.

Ein Knackpunkt war auch das Ansinnen vieler Interessenten, Massagen für Kassenpatienten in der Sauna anzubieten. Die in dem Saunagebäude vorhandenen Massageräume erwiesen sich aber als zu niedrig, als dass sie für Kassenleistungen infrage gekommen wären. Dazu müssten sie mindestens 2,50 Meter hoch sein. Der Luftbadverein wollte das Problem durch einen Anbau lösen. Aber wieder sagte die Stadt nein. Jörg Englert äußerte im vergangenen Jahr die Vermutung, der Stadt gehe es gar nicht um den Erhalt der Sauna. Tatsächlich bekundete Günther Kuhnigk den Willen, das Gebäude zu erwerben. Es sollte dann abgerissen werden, um einen besseren Zugang von der Stadtbahn-Haltestelle zum Gazi-Stadion zu schaffen, erklärte er.

Die Idee mit den Kassenpatienten ist zurückgestellt

Nun ist diese Option vom Tisch. Es gebe eine Einigung mit der Stadt und den neuen Pächtern, die einen begrenzten Anbau als Ruheraum vorsieht. „Die Idee mit den Kassenpatienten ist erst mal zurückgestellt“, sagt Englert. Sicher ist dagegen, dass die neuen Pächter sich auf ihre Aufgabe freuen. Sie habe starke Bindungen nach Degerloch, weil sie dort Handball gespielt habe, sagt Franziska Pfaff. Sie und ihr Mann wollten künftig einen Ort der Ruhe schaffen für Menschen zwischen 40 und 50. Sie setzten auch auf ihr Stammpublikum ihrer bisherigen Wirkungsstätte, fügt sie hinzu.

Beide seien glücklich, dass sie am neuen Standort mit ihren Saunabetrieb weitermachen können, sagt Franziska Pfaff. „Dass wir die Luftbadsauna pachten können, ist für uns ein Wink des Schicksals“, sagt sie.

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