Schluss mit Münzen und Parkzetteln: In Ludwigsburg kann bald per Handy bezahlt werden. Foto: dpa

In vielen Städten gibt es Parkscheine per Handy bereits, vom Sommer an soll auch in Ludwigsburg ein Parkticket per App gelöst werden. Was kostet es und wie funktioniert’s?

Ludwigsburg - In vielen Städten ist es schon möglich, in Ludwigsburg bisher nur testweise am Arsenalplatz. Doch schon bald sollen Parktickets bequem per Handy gelöst werden. Das spart Automaten und Papier und ist bequemer. Aber was plant die Stadt genau – und wie funktioniert es?

Wo gilt das Handy-Ticket

Die Stadt will für alle 4000 Stellplätze in der Innenstadt sowie in der Oststadt die digitale Bezahlmöglichkeit einführen. Auch das geplante Anwohnerparken in der West- und Südstadt könnte mit „digitalen Ausweisen“ per Smartphone abgerechnet werden. Langfristig sind auch weitere Anwendungen denkbar – so könnten auch die Parkhäuser der Stadtwerke mit einem Handy-Ticket bezahlt werden.

Was kostet das Handy-Ticket?

In vielen Städten müssen die Nutzer für den Parkschein per Mobiltelefon bis zu 14 Prozent mehr bezahlen als bei herkömmlich gelösten Tickets. Das ist in Ludwigsburg ausdrücklich nicht geplant: Die zwei beauftragten Firmen Park & Pay GmbH und Sunhill Technologies erhalten die Kosten für die Transaktion von der Stadt erstattet, sie betragen sieben Prozent des Ticketpreises. Die Stadt spart im Gegenzug Geld, indem der Aufwand für die Parkautomaten und Verwaltung sinkt. Die Stadt rechnet mit 33 000 Euro Kosten, wenn ein Fünftel der Parker digital bezahlt.

Wie sind die Erfahrungswerte?

Am Arsenalplatz kann schon seit Juli 2017 für die 140 Stellplätze die Gebühr per Handyticket abgerechnet werden. Pro Monat sind so 250 digitale Parkscheine verkauft worden, die Abwicklung verlief ohne Probleme. Rund zwei Prozent der Autofahrer haben dieses Angebot genutzt, die Stadt rechnet langfristig damit, dass bis zu 15 Prozent der Nutzer online buchen.

Wie werden die Tickets kontrolliert?

Auch hier gibt es eine einfache Lösung: Die Kontrollen erfolgen mit den Scannern des Ordnungsdienstes. Das Nummernschild wird eingescannt, dann zeigt das Gerät an, ob ein Handy-Ticket gelöst wurde. Ist dies nicht der Fall, kann das Bußgeld ebenfalls digital eingezogen werden. Die Politessen der Stadt melden, dass die Abwicklung problemlos lief – um Knöllchen kommt also niemand herum.

Wie läuft die Bezahlung ab?

Wer sich fürs Handy-Parkticket anmelden will, muss lediglich die App des entsprechenden Anbieters herunterladen. Dort muss man sich registrieren und ein Sepa-Lastschriftmandat erteilen. Dann wird die Parkgebühr bei jeder Buchung automatisch vom Konto abgebucht. Auch Mahngebühren werden so direkt eingezogen.

Ab wann gilt das Handy-Ticket?

Das Konzept hat der Bauausschuss des Gemeinderates einstimmig beschlossen. Nun soll das neue Bezahlsystem bis zum Sommer dieses Jahres aufgebaut werden.

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