Der Jugendgemeinderat hat geschlossen für freies Internet gestimmt. Foto: Malte Klein

Die Nachwuchspolitiker wollen, dass sich Leinfelden-Echterdingen für eine EU-Förderung bewirbt. Notfalls haben sie für das freie Internet in der Stadt aber noch einen Plan in der Hinterhand.

Leinfelden-Echterdingen - Am Zeppelinplatz oder am Neuen Markt in der Sonne sitzen und kostenfrei im schnellen Internet surfen: Das wünschen sich Jugendliche in Leinfelden-Echterdingen. Und darum haben die Mitglieder des Jugendgemeinderats in ihrer Sitzung am Donnerstag im Jugendhaus Areal einen Vorstoß für ein freies WLAN in der Großen Kreisstadt unternommen. Sie haben geschlossen dafür gestimmt, dass die Verwaltung sich um eine EU-Förderung des freien Internets kümmern soll.

Der Jugendgemeinderat Robin Krusic erläuterte seinen Kollegen die Hintergründe, die er in Erfahrung gebracht hatte. „Es gibt von der EU ein Förderprogramm, das 120 Millionen Euro umfasst und für das sich Gemeinden bewerben können.“ Es nennt sich „Wifi4EU“ und wird im kommenden Jahr beginnen. Wifi ist ein englischer Begriff für drahtloses Internet.

Dem Oberbürgermeister ist freies Internet wichtig

Die Vergabe von Mitteln des Wifi4EU-Projekts erfolge nach dem so genannten Windhundprinzip. Das heißt, dass die ersten Bewerber gefördert werden, solange bis der Topf mit den Fördermitteln dann leer ist. Das Projekt müsse noch nicht so weit gediehen sein, sagte Robin Krusic. Letztlich reiche es, wenn die Stadt ein Projekt plane. „Die Förderung kann bis zu einer Kostendeckung von 100 Prozent erfolgen“, sagte Krusic. Seine Recherchen hätten gezeigt, dass für freies WLAN an sechs Orten in einer Stadt Kosten von 18 000 Euro realistisch seien. Und dieses Geld könne dann ja möglicherweise von der EU gefördert werden. „Die monatlichen Kosten betragen etwa 150 Euro. Sie sind also nicht immens.“

L.-E.s wieder gewählter Oberbürgermeister Roland Klenk hatte in seiner Vorstellung als OB-Kandidat Position zum WLAN in der Stadt bezogen. Der Jugendgemeinderat Dominik Brandl hatte den OB dazu befragt. Klenk hatte ihm damals geantwortet: „Das wollte ich schon verwirklichen. Der Gemeinderat hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Der OB versprach, dass er einen neuen Anlauf in Sachen freies WLAN nehmen werde. „Ich gehe das gerne wieder an“, hatte Klenk gesagt.

Der Jugendgemeinderat hat zwei Alternativen

Nach einer kurzen Beratung mit dem Kulturbürgermeister Carl-Gustav Kalbfell in der Sitzung am vergangenen Donnerstag entschieden sich die Jugendgemeinderäte dafür, dass sie bei der Stadtverwaltung einen Antrag stellen wollen, dass sich diese um die Förderung bewirbt.

Kalbfell hatte ihnen zwei Alternativen aufgezeigt: „Ihr habt ja ein eigenes Budget, von dem ihr die monatlichen Kosten von 150 Euro für den Betrieb des WLAN zahlen könnt.“ Die andere Möglichkeit sei der Weg über die Stadtverwaltung, den die Jugendlichen nun gegangen sind. „Ihr stellt einen Antrag beim OB. Dann kann man sagen, dass ihr das WLAN in der Stadt initiiert habt, es aber ein Projekt der Verwaltung wird“, sagte Kalbfell. Die Jugendgemeinderäte behielten sich vor, dass falls die EU keine Fördergelder nach L.-E. gibt, sie immer noch das WLAN aus ihrem Budget umsetzen könnten.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: