Bisher kostet eine Strecke innerhalb der Stadt 2,50 Euro. Foto: Jacqueline Fritsch

Die Stadt Leinfelden-Echterdingen will mehr Menschen zu Bus- und Bahnfahrern machen – mit günstigen Ticketpreisen. Eine Entscheidung dazu könnte noch bis zum Sommer dieses Jahres fallen.

Leinfelden-Echterdingen - Den ganzen Tag durch Leinfelden-Echterdingen fahren und dabei noch Geld sparen – das soll mit dem Stadtticket möglich werden. Zum 1. Januar 2020 könnte es eingeführt werden. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.

Die Idee kam ursprünglich aus dem Jugendgemeinderat. „Wir glauben daran, dass mit diesem Modell viel mehr Leute auf den ÖPNV umsteigen würden“, sagt Sprecher Robin Krusic. Über den genauen Preis müsste man noch diskutieren. Fest steht aber, dass die Jugendvertreter ein „deutlich vergünstigtes Tagesticket“ und ein Gruppentagesticket für die Busverbindungen innerhalb der Stadt möchten.

Laut dem Leiter des Ordnungsamts, Gerd Maier, laufen derzeit Gespräche zu diesem Thema zwischen der Stadt und dem Verkehrsverbund Stuttgart (VVS), der das neue Ticketsystem einführen müsste. Demnach wäre es denkbar, dass es in Leinfelden-Echterdingen künftig das gleiche Stadtticket wie in Ludwigsburggibt. Dort kostet die Tageskarte für Einzelpersonen drei, für Gruppen für bis zu fünf Personen sechs Euro. Bisher wird in Leinfelden-Echterdingen pro Zone abgerechnet. Die Einzelfahrt innerhalb einer Zone kostet 2,50 Euro. Sparen könnte man mit dem Stadtticket für drei Euro also bereits bei einer Hin- und Rückfahrt. „Gerade für Gelegenheitsfahrer wäre das ein Anreiz, umzusteigen und das Auto mal stehen zu lassen“, sagt Robin Krusic.

Tagesticket kostet Stadt 200 000 Euro jährlich

Der ÖPNV soll damit attraktiver werden. Die Frage ist aber, ob das mit dem Tagesticket für drei Euro funktioniert. Ursprünglich wollte der Jugendgemeinderat ein Ticket für einen Euro durchsetzen. „Das würde für die Stadt natürlich eine richtig große Summe bedeuten“, sagt Gerd Maier. Schon das Drei-Euro-Ticket würde die Stadt pro Jahr 200 000 Euro kosten. Ob der Gemeinderat dieses Geld in das Stadtticket investieren möchte, muss er in den kommenden Monaten entscheiden. „Wenn die Stadt bis zum 30. Juni 2019 in ihren Gremien die Einführung eines Stadttickets beschließt, kann es zum 1. Januar 2020 umgesetzt werden“, sagt Pia Scholz, Pressesprecherin beim VVS. Die entsprechenden Vorbereitungen würden ein halbes Jahr dauern. Gerd Maier könnte sich vorstellen, das Geld alternativ in eine Taktverdichtung zu investieren. „Wir müssen uns überlegen, was den ÖPNV schmackhafter macht“, sagt er. Sobald die letzten Gespräche mit dem VVS geführt sind, wird er mit dem Thema auf den Gemeinderat zugehen. Dort wird es um die Frage gehen, ob und in welcher Form das Stadtticket kommt. Eine Entscheidung bis zum Stichtag am 30. Juni hält Gerd Maier durchaus für realistisch.

Filderstädter SPD fordert zwei neue Tickets

Auch in Filderstadt gibt es Stimmen, die eine Ticketreform fordern. Die SPD-Fraktion im Gemeinderat möchte zwei neue Tickets fürs Stadtgebiet. Zum einen bringen die Sozialdemokraten in einem Antrag ein Filder-Stadt-Ticket ins Spiel, zum anderen ein Ein-Euro-Ticket. Wie in Leinfelden-Echterdingen soll damit der öffentliche Nahverkehr attraktiver werden.

Beim Filder-Stadt-Ticket sollte es sich, so die SPD, um ein Tagesticket handeln – für Einzelpersonen für drei Euro, für Familien und Gruppen für sechs Euro. Das Ein-Euro-Ticket solle das Filder-Stadt-Ticket als Einzelfahrschein ergänzen.

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