Die Liberalen in Stuttgart sortieren sich n eu Foto: dpa

Die Wahlen in Hamburg und Bremen sowie der erfolgreiche Landesparteitag in Balingen gelten vielen Liberalen im Südwesten als ein gutes Omen. Im Rathaus bestimmten sie nun ihre Kandidaten für den Landtagswahlkampf 2016.

Stuttgart - Der liberale Wahlkampf kann losgehen: Auf ihrer Wahlkreiskonferenz am Montagabend kürte die FDP im Ratskeller ihre Kandidaten für die Landtagswahl 2016 in den vier Stuttgarter Wahlkreisen.

Der Abend diente auch als Positionsbestimmung gegenüber der Landesregierung. Die Wahlen in Hamburg und Bremen und der erfolgreiche Landesparteitag in Balingen gelten vielen Parteimitgliedern als ein gutes Omen. Entsprechend schwor Armin Serwani, Kreisvorsitzender der FDP, die Versammelten darauf ein, an einem Strang zu ziehen.

Bei der Kandidatenkür wurde er bereits erhört. Die Ergebnisse vielen allesamt deutlich aus: Für den Wahlkreis I geht Michael Conz ins Rennen, der sich mit 50 Stimmen klar gegen die politisch noch unerfahrene Marion Furtwängler (14 Stimmen) durchsetzen konnte.

Gabriele Reich-Gutjahr wird im Wahlkreis II antreten. Der Appell, den Gauben der Menschen an sich selbst zu stärken, brachte ihr 66 Stimmen ein. Wolfgang Allehoff musste sich hingegen mit lediglich 10 Stimmen geschlagen geben.

Zwischen den Wahlgängen machte Hans-Ulrich Rülke, Vorsitzender der FDP/DVP-Fraktion im Landtag, noch einmal deutlich, wofür seine Partei steht. In den Fokus rückte er dabei die Wirtschafts- und Bildungspolitik.

Er habe den Eindruck, die Landesregierung teste mit Themen wie der Rente mit 63 oder dem Mindestlohn die Belastungsfähigkeit der Wirtschaft aus. Auch warnte er davor, Rot-Grün wolle im Streben nach einer Einheitsschule auf Dauer auch noch dem Gymnasium an den Kragen gehen. „Wir wollen keine Schule für alle, sondern für jeden die richtige Schule“, forderte Rülke.

Die Liste der Zumutungen durch die Landesregierung sei lang, betonte Jan Havlik, der für den Wahlkreis IV kandidierte. Er sieht ein zunehmendes Interesse an liberalen Werten. „Wenn man sich mit den Leuten unterhält, merkt man: sie vermissen die FDP.“ Havlik geht motiviert in den Wahlkampf. Er erhielt 96 Prozent der Stimmen. 82 Prozent der Stimmberechtigten bestätigten die Kandidatur von Gabriele Heise im Wahlkreis III. Sie liebe Herausforderungen, gab die Rechtsanwältin aus Feuerbach zu verstehen und steckte unmissverständlich ihre Ziele ab: „Dieser Wahlkreis muss für die FDP zu knacken sein“, sagte Heise.

Den Top-Kandidaten für die Liberalen fand der Landesparteitag schon vor einigen Tagen: Die FDP zieht mit Hans-Ulrich Rülke an der Spitze in den Wahlkampf 2016. Auf dem Parteitag wurde der Fraktionschef einstimmig zum Spitzenkandidaten gekürt.

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