Am 13. März haben die Bürger wieder die Qual der Wahl. Foto: Stoppel/Archiv

In sechs Wochen wird der 19. Landtag gewählt. Im aktuellen Parlament ist der Rems-Murr-Kreis mit neun Abgeordneten und damit so stark vertreten wie kein anderer Landkreis in der Region.

Rems-Murr-Kreis - Eine regelrechte Abgeordnetenschwemme ist vor fünf Jahren über die drei Wahlkreise an Rems-und Murr hereingebrochen. Neun Politiker sitzen seit der Wahl am 27. März 2011 im aktuellen baden-württembergischen Landtag. Neben den Direktkandidaten Claus Paal, Matthias Pröfrock und Wilfried Klenk (alle CDU) schafften es die Grünen Willi Halder und Petra Häffner, von der SPD Katrin Altpeter und Gernot Gruber sowie von der FDP Jochen Haußmann und Ulrich Goll ins Landesparlament. Damit ist man dort im regionsweiten Vergleich zumindest zahlenmäßig spitze: Kein anderer Landkreis entsendet so viele Vertreter nach Stuttgart. Die Waiblingerin Katrin Altpeter wurde von der Regierungskoalition gar zur Ministerin gekürt. Und Wilfried Klenk aus Oppenweiler ist seit einem Jahr der Präsident des Parlaments.

Pröfrock von eigener Partei ausgebremst

Am 13. März indes werden die Karten neu gemischt. Dabei geht es aber wohl eher darum, wer sein Mandat behält oder nicht. Neue Gesichter sind zumindest aus den Reihen der Etablierten kaum zu erwarten, denn acht der neun Mandatsträger bewerben sich wieder. Lediglich Matthias Pröfrock ist von seiner Partei ausgebremst worden. Der frühere Adlatus des damaligen Ministerpräsidenten Günther Oettinger unterlag im internen CDU-Nominierungsduell überraschend dem Winnender Newcomer Sigfried Lorek.

Insgesamt bewerben sich in den drei Wahlkreisen 34 Kandidaten aus zwölf Parteien. Neben den im Parlament vertretenen CDU, Grüne, SPD und FDP sind auf den Wahlzetteln sieben weitere Gruppierungen zu finden: Linke, Piraten, REP, NPD, ÖDP, Alfa und AfD. Die Tierschutzpartei stellt in Adelheid Frank allerdings lediglich eine Kandidatin im Wahlkreis Schorndorf.

Apropos Kandidatin: Frauen sind auf dem Rems-Murr-Bewerberkarussell für die insgesamt mindestens 120 Landtagssitze äußerst schwach vertreten. Lediglich acht der 34 Kandidaten sind weiblich. Das ergibt eine Quote von 23,5 Prozent.

Benachrichtigung drei Wochen vor der Wahl

Zur Wahl des 16. baden-württembergischen Landtags am 13. März werden rund 7,7 Millionen Bürger wahlberechtigt sein, im Rems-Murr-Kreis können gut 290 000 Menschen ihr Kreuzchen machen. Die Grundlage dafür ist eine Eintragung in den amtlichen Melderegistern der Gemeinden. Stichtag ist der 35. Tag vor der Wahl. Die Gemeinden sind gehalten, ihre potenziellen Wähler, die am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sein müssen, spätestens drei Wochen vor dem Urnengang schriftlich zu benachrichtigen. Auf den Stimmzetteln werden die derzeit im Landtag vertretenen Parteien nach ihren Stimmenzahlen bei der letzten Landtagswahl (CDU, Grüne, SPD, FDP) aufgeführt, dann die weiteren Parteien in der alphabetischen Reihenfolge und abschließend die Wahlvorschläge für Einzelbewerber.

Doch wer verbirgt sich hinter den Namen auf den Kandidatenlisten? In einer 18-teiligen Porträtserie wird die StZ von der kommenden Woche an die mutmaßlich aussichtsreichsten Bewerber aus dem Rems-Murr-Kreis einzeln vorstellen.

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