Larissa Banse (li.) und Anika Roll sind selbst Designerinnen. Foto: Ines Rudel

Larissa Banse und Anika Roll haben auf der künftigen Gründermeile in Esslingen ein Zuhause für ihren Laden Poppinski gefunden. Neben Design-Produkten aus Stuttgart und der Region bieten sie auch ein kleines Café und Workshops.

Esslingen - Mit der Siebträgermaschine gibt es noch Startschwierigkeiten, dafür läuft es mit dem Rest wie geschmiert. Der Rest, das sind im neuen Laden Poppinski die Ausstellungsfläche und die Produkte aus der Region. Nach einer längeren Suche stand im Oktober fest, dass Anika Roll und Larissa Banse mit ihrem Laden mit Café in dem ehemaligen Feinkostgeschäft und späteren Schuhladen in der Küferstraße Fuß fassen können.

Seit kurzem hat das Poppinski geöffnet und zieht neugierige Blicke auf sich. Hinter den Schaufenstern bieten die beiden Absolventinnen der Pforzheimer Hochschule junges Design aus Stuttgart und der Region. Etwa Porzellan vom Stuttgarter Label Suho, Bilder und Papeterie von Maren Profke aus Esslingen, Tücher vom Stuttgarter Label Kühnertová, Taschen von Burggrafburggraf aus Bad Liebenzell, Mode aus Esslingen, Möbel von Blue Tiger aus dem Schwarzwald, Kaffee, Schokolade und Tee. Die Windlichter aus Weinflaschen vom Stuttgarter Wandelwerk oder die ausrangierten Autoscheinwerfer auf alten Stativen, die im Poppinski angeboten werden, unterstreichen den Upcycling-Gedanken. „In Esslingen muss man in Sachen Regionalität und bewusster Konsum eventuell noch etwas Erziehungsarbeit leisten. Aber wir fühlen uns hier wohl und haben den Eindruck, dass es in der Stadt bereits Läden mit ähnlichem Anspruch und Leute, die das interessiert, gibt. Zum Beispiel der vegane Imbiss Delicantina, die Rote Zora oder auch der Laden Fünfeck“, sagt Roll.

Den Tauschgedanken und das Konsumbewusstsein fördern

Die 30-Jährige und ihre Mitstreiterin wollen das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum mit ihrem Laden und Angebot schärfen und Interessierte mit Workshops unterstützen. Banse ist gelernte Schmuckdesignerin, Roll fertigt Kopfbedeckungen. „Im hinteren Gebäudeteil richten wir ein Atelier ein, da kann man uns beim Arbeiten auf die Finger gucken“, so Banse. Das ist noch Zukunftsmusik. Erst mal widmen sie sich dem Laden. Im nächsten Jahr sollen das Atelier und Workshops etwa zu Illustrationen, Kaffee, Do-It-Yourself-Themen und Infoveranstaltungen folgen.

Mit dem Poppinski zieht ein weiterer Laden in die Küferstraße, die längere Zeit unter Schwund und Leerstand litt. Der Neuzugang dürfte nicht nur Bummler freuen, sondern auch die Stadt, die die Küferstraße zur Gründermeile machen will. Für Start-ups stellt sie im nächsten Jahr Flächen zur Verfügung und öffnet das Wolfstor für Veranstaltungen. Ganz ohne die Unterstützung der Stadt haben bereits neue und bisherige Ladenbetreiber dazu beigetragen, dass sich die Küferstraße wieder berappelt – das Modelabel Rota Zora zog Anfang 2019 in die Straße, im August kam die Schmuckdesignerin Carolin Paul mit ihrem Label Cao Porzellan hinzu. Bestehende Läden schließen sich für Aktionen wie Feste oder übergreifende Ausstellungen immer wieder zusammen. Das Poppinski reiht sich in die Riege junger Labels ein, die in Esslingen eine neue Heimat gefunden haben. Eine Anschubfinanzierung haben sich Banse und Roll per Crowdfunding besorgt. Dort haben sie rund 8000 Euro von privaten Unterstützern bekommen. Auch wer nichts kaufen will, sei willkommen, sagt Roll. Etwa im kleinen Café oder zum Pflanzentauschprojekt. „Man kann eine Pflanze mitbringen oder eine mitnehmen. Wir wollen damit den Tauschgedanken fördern“, sagt die Designerin.

Poppinski
Küferstraße 40, Esslingen.

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