Hinter dieser Fassade haben sich Stadträte von Leinfelden-Echterdingen schon viele Abende die Köpfe heiß geredet. Im Mai werden die Karten neu gemischt. Foto: Archiv Natalie Kanter

Die noch junge Partei Demokratie in Bewegung sowie die Linke schicken sich an, in den Gemeinderat von Leinfelden-Echterdingen einzuziehen. Wir erklären, was sich ansonsten noch alles tun könnte nach der Kommunalwahl am 26. Mai 2019.

Leinfelden-Echterdingen - Der Gemeinderat von L.-E. könnte mit der Wahl am 26. Mai bunter werden. Mit der Partei Demokratie in Bewegung und der Linken wollen zwei zusätzliche Parteien mitmischen, während die Freunde der Filderpiraten keine Rolle mehr spielen werden. Es gilt 26 Plätze neu zu verteilen. Womit sich die Frage stellt, welche der bisherigen Fraktionen Federn lassen werden. Fest steht bereits: Viele Mandatsträger lassen sich wieder aufstellen, drei haben sich fürs Aufhören entschieden.

„Es ist Zeit, dass wir das politische Geschehen ändern“, hat Sigrid Ott vor knapp zwei Jahren unserer Zeitung gesagt. Sabine Onayli erklärte damals: „Es gilt, sich dem Zeitgeist der digitalen Welt zu stellen.“ Beide Frauen hatten sich der damals neu gegründeten Partei Demokratie in Bewegung (DIB) angeschlossen. Nun könnte die DIB sogar in den Gemeinderat von L.-E. einziehen. 23 Menschen stehen auf dieser Liste. Mindestens einen Platz will die DIB holen. Ganz oben steht der Name von Sigrid Ott. Sabine Onayli hingegen hält der Liste Engagierter Bürger (L.E. Bürger) die Treue: „Ich bin dort seit zehn Jahren fest verwurzelt“, sagt sie.

Die Linke tritt mit zwölf Kandidaten an. Claudia Moosmann, die jetzt noch für die Freunde der Filderpiraten im Gemeinderat sitzt, ist deren Spitzenkandidatin. Sie sagt: „Ich hoffe, dass wir mit zwei Bewerbern reinkommen.“ Neben Moosmann könnte dies Ingo Mörl sein. Unterstützung bekommt Moosmann auch von ihren beiden Söhnen. Auch deren Namen stehen auf der Liste der Linken.

Viel Kontinuität und etwas Wandel bei bürgerlichen Parteien

Bei den bürgerlichen Parteien gibt es viel Kontinuität und etwas Wandel: Fast alle bisherigen CDU-Stadträte treten wieder an. Hans-Werner Engel aus Musberg hat sich anders entschieden. Er möchte fortan mehr Zeit mit Frau, Tochter und Enkelkind verbringen. Dafür hat sich unter anderem Karsten Finger, Vorsitzender des Gesamtelternbeirates, für die CDU aufstellen lassen. Die Fraktionsvorsitzende Ilona Koch freut sich, dass auch viele junge Menschen auf der Liste stehen. Mit Aljoscha Baudoux kandidiert ein Jugendgemeinderat für die CDU, genauso wie verschiedene Kinder bisheriger Stadträte.

Eberhard Wächter, Fraktionschef der Freien Wähler, sagt dazu: „Unsere Liste ist keine Familienliste.“ Eineinhalb Jahre haben die Freien Wähler gesucht und 80 Leute dafür angesprochen. Neben den bisherigen Stadträten, die ganz oben oder ganz unten auf der Liste stehen, will beispielsweise Ulrich Löchner, Sprecher der Unteraicher Bürger, Stadtrat für die Freien Wähler werden. Friederike Huber, 24-jährige Tochter des Ex-Fraktionsvorsitzenden Hans Huber, steht auf Platz drei der Liste.

Die Grünen hoffen auf Zuwachs

Bei den Grünen tritt Petra Bär nicht mehr an und sagt: „15 Jahre sind genug, jetzt sollen neue Leute ran.“ Auch Eva Barth-Rapp hört auf. Sie will neue Wege gehen und sich künftig in der Hospiz-Arbeit engagieren. Ingrid Grischtschenko, Fraktionschefin der Grünen, sagt: „Ich hoffe, dass wir mit der Wahl mehr werden.“ Bisher ist die Fraktion mit fünf Sitzen im Gremium vertreten. Aufstellen lässt sich unter anderem Uwe Janssen, Vorsitzender des Fördervereins Stadtbücherei.

„Wir wollen unsere vier Plätze in jedem Fall halten“, sagt derweil SPD-Fraktionschef Erich Klauser. Die Sozialdemokraten setzen auf die Erfahrung der bisherigen Räte, die alle wieder gewählt werden wollen. Spitzenkandidatin ist Barbara Sinner-Bartels. Auch junge Leute wollen sich für die SPD engagieren. Die Jugendgemeinderäte Daniel Krusic und Lia Dietrich treten zur Wahl an. Zu den Kandidaten der SPD gehört auch Joachim Zietlow, der sich stark in der katholischen Kirche engagiert.

Ziel: Die Plätze halten

Bei den L.E. Bürgern wollen die bisherigen zwei Stadträte Jürgen Kemmner und Sabine Onayli wieder in das Gremium einziehen. „Unser Ziel ist es, unsere Plätze in jedem Fall zu halten“, sagt Kemmner. „Wir haben aber mit Wolfgang Strobel und Dorothea Paulsen vier Spitzenkandidaten – zwei Frauen und zwei Männer, aus jedem Stadtteil einen.“

Für die FDP wollen Judith Skudelny und Wolfgang Haug erneut in den Gemeinderat. „Wir hoffen, dass wir einen Platz dazu gewinnen können“, sagt Sprecherin Heiderose Skudelny. Mit drei Sitzen im Gremium könnte die FDP wieder eine eigene Fraktion sein. Gerade bildet sie mit den L.E. Bürgern eine Fraktionsgemeinschaft. Für die FDP kandidiert auch Renate Iby, Personalleiterin eines Computerkonzerns. Stephanie Erbach setzt sich für Umweltpolitik ein, Kornelia Wüst hat das Tagesmütter-Modell von L.-E. mitentwickelt.

Die Namen der Kandidaten:

CDU:
1. Ilona Koch, 2. Christian Vohl, 3. Marie Céline Kühnel, 4. Horst Duda, Claudia Zöllmer, 6. Karsten Finger, 7. Katja Fellmeth, 8. Aljoscha Baudoux, 9. Gabriele Jung, 10. Jannick Koch, 11. Dorothee Lohr, 12. Lukas Gönner, 13. Sabrina Raff, 14. Apostolus Athanasiadis, 15. Katharina Zöllmer, 16. Luis Bruckner, 17. Karin Zengler, 18. Stefan Miehle, 19. Tobias Gerster, 20. Martin Luipold, 21. Gustav Gies, 22. Konstantin Schwab, 23. Felix Tausch, 24. Theo Stäbler, 25. Harry Nennemann, 26. Robert Zöllmer

Freie Wähler:
1. Beatrix Hess, 2. Eberhard Wächter, 3. Friederike Huber, 4. Gilbert Schick, 5. Ulrich Löchner, 6. Daniel Stäbler, 7. Johannes Kraus, 8. Stephan Bader, 9. Bernd Wegener, 10. Brigitte Kreß, 11. Willi Bauer, 12. Eberhard Alber, 13. Axel Jetter, 14. Ulrich Kehrberger, 15. Michael Overkämping, 16. Francesco Perazzi, 17. Fabio Sterrantino, 18. Marc Schmid, 19. Thomas Vohl, 20. Thomas Wiederoder, 21. Michael Alber, 22. Esther Bayha, 23. Ralf Bauer, 24. Karl Kizele, 25. Walter Vohl, 26. Elisabeth Murthum

Bündnis 90/Die Grünen:
1. Ingrid Grischtschenko, 2. Frank Mailänder, 3. Edeltraud Reichle-Kanthak, 4. David Armbruster, 5. Petra Gudat-Koschatzky, 6. Konrad Pfeilsticker, 7. Anna Lorenz, 8. Uwe Janssen, 9. Doris Danzer, 10. Martin Klein, 11. Senait Russom, 12. Enes Keskin, 13. Helga Fehrenbach, 14. Martin Rahlenbeck, 15. Barbara Engler, 16. Matthias Hutzel, 17. Dagmar Ströbel-Monzer, 18. Andreas Bähr, 19. Monika Knopf, 20 Evangelos Papadakis, 21. Friederike Schwentner, 22. Bernd Oppolzer, 23. Friederike Hörmann, 24. Thomas Steigner, 25. Jutta Göke, 26. Georg Scherm

SPD:
1. Barbara Sinner-Bartels, 2. Erich Klauser, 3. Jens Zellmer, 4. Daniel Krušic, 5. Hans-Ulrich Kramer, 6. Regina Gabriel, 7. Frederik Elschenbroich, 8. Gertrud Link, 9. Sven Waidelich, 10. Martina de la Rosa Moreno, 11. Jörg Pauly, 12. Stefanie Klose, 13. Lia Dietrich, 14. Joachim Zietlow, 15. Elke Pfenning, 16. Bruno Schwarz, 17. Laura Zellmer, 18. Jens Rudat, 19. Walter Vollmer, 20. Karin Morgenstern, 21. Marcus Olbrich, 22. Tamer Ceyhan, 23. Dieter Hörz, 24. Petra Kurtz, 25. Fabian Engelbrecht, 26. Rosemarie Heidi

Liste Engagierter Bürger:
1. Jürgen Kemmner, 2. Sabine Onayli, 3. Wolfgang Strobel, 4. Dorothea Paulsen, 5. Rainer Richarz, 6. Senada Leinmüller, 7. Frank-Philipp Wolfer, 8. Yvonne Hartmann, 9. Yannik Elsäßer, 10. Irina Kunzi-Watolla, 11. Thilo Bollmann, 12. Daniela Kindermann-Schneider, 13. Andreas Kemmner, 14. Maria Dedich, 15. Rolf Wurster-Quetschlich, 16. Sigrid Narjes, 17. Joachim Mewes, 18. Christine Fritz-Döring, 19. Robert Veit, 20. Andrea Lawal, 21. Frank Eberhardt, 22. Steffen Kocher, 23. Susanne Wanders, 24. Uwe Strohecker, 25. Philipp Weinmann, 26. Sabine Berrer

FDP:
1. Judith Skudelny, 2. Wolfgang Haug, 3. Renate Iby, 4. Axel Dörr, 5. Stephanie Erbach, 6. Andreas Schaffert, 7. Kornelia Wüst, 8. Redouan Osrafil, 9. Johanna Hasting-Abele, 10. Hansjörg Burkhardt, 11. Beate Vohl, 12. Alexander Spindler, 13. Karin Weinzierl, 14. Ralf Bretting, 15. Charlotte Gutzeit, 16. Julian Andre Fuchs, 17. Nicole Kley, 18. Mark Dornbach, 19. Christiane Heinen, 20. Lars Fehrlen, 21. Karina von Ostrowski, 22. Bahman Zahedi Golpaiegani, 23. Estelle Wenzel, 24. Tom Herrmann, 25. Martin Köster, 26. Christian Novosel

Die Linke:
1. Claudia Moosmann, 2. Anil Besli, 3. Disney Kriegel, 4. Ingo Mörl, 5. Marcel Minniti, 6. Nicolai Dolmetsch, 7. Silvia Roth, 8. Moritz Schiffmann, 9. Manuel Moosmann, 10. Diren Besli, 11. Angelika Becker, 12. Guido Moosmann

Demokratie in Bewegung:
1. Sigrid Ott, 2. Öner Durmaz, 3. Idzumi Neumärker, 4. Martin Vosbeck, 5. Heike Schröpfer, 6. Christian Scheurer, 7. Petra Vosbeck, 8. Stephan Eppinger, 9. Ute Alber, 10. Hans Golze, 11. Mara Ott, 12. Christoph Schneider, 13. Katja Schröpfer, 14. Georg Hagel, 15. Luigi Picone, 16. Sophie Hafner, 17. Sonja Janiel-Effenberger, 18. Bastian Nehrke, 19. Simone Reger, 20. Ingo Effenberger, 21. Heiderose Manz, 22. Hanna Higgins, 23. Heidemarie Gauss

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