Wohnungen, nicht nur in Ballungsräumen wie Stuttgart, sind Mangelware Foto: dpa

Das Land ist mit dem neuen Förderprogramm einen großen Schritt voran gekommen, kommentiert STN-Titelautor Sven Hahn.

Stuttgart - Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut ist mit dem neuen Programm zur Förderung des Wohnungsbaus einen wichtigen Schritt gegangen. Doch das liegt weder an den aufgestockten Fördermitteln noch an der Vielzahl kleiner Neuerungen, mit denen das Geld sinnvoller über das Land verteilt werden soll.

Begriffe wie „Meilenstein“ oder „Quantensprung“ sind zwar etwas hoch gegriffen, doch der Ministerin ist tatsächlich etwas gelungen, was viele ihrer Kollegen bislang nicht geschafft haben. Sie ist zu der Erkenntnis gelangt, dass die öffentliche Hand die Wohnungsnot nicht allein lindern kann, und dass die Probleme auf dem Immobilienmarkt lediglich in Zusammenarbeit mit der privaten Bauwirtschaft gelöst werden können.

Fakt ist: um die Wohnungsnot effektiv zu lindern, müssen mehr Wohnungen gebaut werden. Das gilt für Ballungsräume wie Stuttgart, für Universitätsstädte wie Konstanz, Tübingen oder Heidelberg und für viele kleinere Kommunen. Doch die öffentliche Hand wird – etwa mittels kommunaler Tochtergesellschaften wie der Stuttgarter SWSG – lediglich einen Bruchteil der nötigen Anzahl neuer Wohnungen selbst bauen können. Die Erkenntnis, dass staatliche Förderung für die private Bauwirtschaft möglichst attraktiv gestaltet werden muss, ist daher tatsächlich so etwas wie ein Meilenstein.

sven.hahn@stuttgarter-nachrichten.de

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