Der Absturzort in den französischen Alpen: ein Trümmerfeld Foto: MAXPPP

Der Absturz des deutschen Airbus löst Trauer und Verunsicherung aus. Der 24. März wird als schwarzer Tag in die Geschichte der deutschen Luftfahrt eingehen, meint unser Landesnachrichtenchef Jan Sellner.

„Der Absturz der deutschen Maschine ist ein Schock.“ Was Kanzlerin Angela Merkel in einer ersten Reaktion auf die Flugzeugkatastrophe mit 150 Toten ausdrückte, dürften viele Menschen ähnlich empfinden. Der Absturz eines Airbus 320 der Fluggesellschaft Germanwings auf einer vielbeflogenen Kurzstrecke innerhalb Europas – Barcelona/Düsseldorf – das liegt außerhalb unserer von technischen Kategorien geprägten Vorstellungskraft.

Fliegen ist sicher. Das sagen die Statistiken. Fliegen im Zeichen des Lufthansa-Kranichs, der die Tochter Germanwings unter seinen Fittichen hat, gilt sogar als besonders sicher; der letzte Absturz eines deutschen Verkehrsflugzeugs liegt lange zurück. Umso drängender ist das Bedürfnis nach Erklärungen, die den jäh aufgetretenen Widerspruch von Sicherheitsgefühl und Katastrophe beseitigen können.

War die Maschine zu alt? Alt ja, 24 Jahre. Aber angeblich mit neuesten Computern ausgerüstet; die letzte Überprüfung datiert vom Montag. War dann vielleicht der Pilot unerfahren? Wohl kaum – er konnte 6000 Flugstunden vorweisen. Was dann? Warum ging der Airbus in den Sinkflug, kaum dass er seine Reiseflughöhe erreicht hatte – und damit jene Flugphase, die als die gefahrloseste gilt? Ratlosigkeit.

Mit jedem Nachrichtenfetzen, mit jeder Information, werden die Fragezeichen größer und wächst die Bestürzung über den Tod der 150 Menschen an Bord des Airbusses – darunter 16 Gymnasiasten aus Nordrhein-Westfalen, die mit ihren Lehrern auf dem Rückflug von einem Schüleraustausch waren. Während sie in den Tod flogen, stießen Abiturienten in Baden-Württemberg gerade auf das Ende ihrer Abiturprüfungen an und freuten sich Menschen im Südwesten über einen strahlend blauen Himmel. Einmal mehr wird einem die Gleichzeitigkeit von Leben und Tod vor Augen geführt. Gestern besonders eindrücklich und brutal,

Der 24. März wird als schwarzer Tag in die Geschichte der deutschen Luftfahrt eingehen. Wie es dazu kommen konnte, müssen Fachleute herausfinden. Erst einmal aber verbindet sich mit Flug 4U9525 tiefe Trauer.

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